Nur Gardos/Habesohn und Fegerl noch im EM-Rennen

Die Doppel-Titelverteidiger brauchen nur noch einen Sieg für eine Medaille.

Schwechat – Der österreichische Tischtennis-Verband (ÖTTV) ist am Samstag bei den Europameisterschaften in Schwechat in den Individualbewerben noch zweifach vertreten. Die Titelverteidiger Robert Gardos/Daniel Habesohn sind am Freitag ins Doppel-Viertelfinale eingezogen, womit ihnen nur noch ein Sieg zum erneuten Medaillengewinn fehlt. Im Einzel steht Stefan Fegerl im Achtelfinale. Alle anderen ÖTTV-Aktiven inklusive aller Damen sind ausgeschieden.

Gardos/Habesohn hatten sich zum Auftakt gegen die Slowaken Thomas Keinath/Samuel Novota zu einem 3:2-Sieg gemüht, beim 3:1 im Achtelfinale gegen die Rumänen Ovidiu Ionescu/Hunor Szocs klappte es vom Ergebnis und vom Spielerischen her besser. Doch im Duell um das Podest warten am Samstag (10.50 Uhr) die 2011-Europameister Marcos Freitas/Andrej Gacina aus Portugal bzw. Kroatien. „Das ist eines der besten Doppel, das wird schwer“, sagte Habesohn.

Fantastisch agierte Fegerl. In Runde eins gegen den Serben Marko Jevtovic war er als Favorit von hinten gekommen, drehte einen 0:2-Rückstand in einen 4:2-Sieg um. Mit diesem Score gewann der Niederösterreicher auch gegen Adrian Crisan, allerdings liegt der Rumäne in der Weltrangliste als 28. um 58 Plätze vor Fegerl. „Es war ein Vorteil, dass ich nicht Favorit war. Aber ich glaube, dass ich derzeit in Europa mit jedem mitspielen kann“, meinte Fegerl mit Selbstvertrauen.

Wie Fegerl mit gegen Alexej Liwenzow (14.10) wäre auch Gardos im Achtelfinale auf einen Russen getroffen, nämlich Kirill Skatschkow. Doch im allerletzten Spiel des Tages brachte Österreichs Nummer eins die fordernde Partie gegen den Verteidiger Panagiotis Gionis nicht auf seine Seite. Hatte Gardos in seinem Auftaktmatch nach einer 3:0-Führung gegen den Letten Mattis Burgis den Sack noch mit 4:2 zugemacht, gelang gegen den Griechen ähnliches nicht.

Gegen den Team-Vize-Europameister hatte sich Gardos eine 3:1-Satzführung und einen Matchball erarbeitet. Doch Gionis gewann die nächsten beiden Durchgänge 12:10 und behielt auch in der Entscheidung die Oberhand. Wie schon oft bei diesen Titelkämpfen wurde er gegen Matchende stärker. Das Spiel war erst um 22.49 Uhr zu Ende. „Es war nicht leicht, nach 14 Stunden in der Halle so ein Match zu spielen“, erklärte Gardos. „Es haben Kleinigkeiten entschieden.“

Chen Weixing überstand nur das Auftaktmatch gegen Peter Sereda. Ermüdet von dem 4:3-Sieg gegen den Slowaken war beim 1:4 gegen den Italiener Mihai Bobocica die Luft aber draußen. „Chen war im Kopf nicht mehr so fit und hatte daher auch Probleme mit dem Schnittwechsel“, meinte ÖTTV-Coach Ferenc Karsai. Qualifikant Habesohn unterlag dem Griechen Kalinikos Kreanga in Runde eins nach begeisternder Leistung mit etlichen Topspin-Duellen 2:4.

Im Damen-Einzel war für Liu Jia in Runde zwei gegen die Schwedin Li Fen Endstation. Die 31-Jährige agierte beim 1:4 konzeptlos. „Sie hat einfach besser gespielt“, meinte „Susi“. Da tröstete auch das 4:0 zum Auftakt gegen die Slowakin Eva Jurkova nicht. Amelie Solja verlor nach einem 4:2 gegen die Ungarin Dora Csilla Madarasz gegen die Schwedin Matilda Ekholm 1:4, Qualifikantin Sofia Polcanova unterlag in Runde eins der Tschechin Renata Strbikova 1:4.

Im Doppel war außer Gardos/Habesohn auch Fegerl/Feng Xiaoquan etwas zugetraut worden. Doch im Startspiel gegen die Serben Marko Jevtovic/Zolt Pete reichte es nicht einmal zu einem Satzgewinn. Dafür waren Polcanova/Solja mit einem 3:0 gegen die luxemburgisch-ungarische Paarung Tessy Gonderinger/Mercedes Nagyvaradi gestartet. Im Duell der Solja-Schwestern hatten im Achtelfinale aber die Deutschen Petrissa Solja/Sabine Winter mit 3:0 die Nase vorne.

(APA)


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