Schweiz, Belgien und Deutschland fix bei der WM, England auf Kurs

Nach Italien und den Niederlanden Anfang September haben sich am Freitag mit Deutschland sowie Belgien und der Schweiz drei weitere Teams vorzeitig das Ticket für die WM 2014 in Brasilien gesichert.

Bayern-Star Shaqiri jubelt: Die Schweizer Nationalmannschaft hat die Quali für die WM geschafft.
© EPA

Zagreb, Köln, Wien - Die Schweiz, Belgien und Deutschland haben sich am Freitag vorzeitig für die Fußball-WM 2014 qualifiziert. Dank Treffer von Bayern-Profi Xherdan Shaqiri und Verteidiger Michael Lang setzten sich die Eidgenossen unter Trainer Ottmar Hitzfeld am Freitag mit 2:1 (0:0) in Albanien durch und lösten so früh wie noch nie ihr Ticket für die Endrunde. Angeführt von Doppel-Torschütze Romelu Lukaku hatten die wiedererstarkten Belgier zuvor 2:1 (2:0) in Kroatien gewonnen und spielen damit erstmals seit 2002 wieder bei einer WM mit. Deutschland setzte sich daheim gegen Irland locker mit 3:0 durch.

Aus den europäischen Gruppen hatten auch schon der ehemalige Weltmeister Italien und Ex-Europameister Niederlande die Qualifikation für Brasilien geschafft. Neben dem Gastgeber stehen zudem Argentinien, Australien, Iran, Japan, Südkorea, USA und Costa Rica als Endrunden-Teilnehmer fest.

Lukaku-Doppelpack bei Belgien-Sieg

In Zagreb avancierte Romelu Lukaku mit zwei Treffern zum Matchwinner (15. und 38. Minute) für die Belgier. Durch den Sieg hat das unter dem früheren Schalke-Profi Marc Wilmots wiedererstarkte Team nun 25 Punkte verbucht und sich zum insgesamt zwölften Mal die Teilnahme an einer WM-Endrunde gesichert. „Wir haben hart gearbeitet, um dort zu sein. Wir haben ein großes Spiel gemacht“, sagte Mittelfeld-Regisseur Eden Hazard im belgischen Fernsehen. „Es macht Spaß, in dieser Mannschaft zu sein.“ Mehr noch als die individuelle Klasse mache der Zusammenhalt der Spieler den Erfolg aus. Auch Chelsea-Spieler Kevin de Bruyne lobte den Teamgeist: „Jeder ist einen Marathon gelaufen. Das ist fantastisch.“

Letztmals waren die Belgier 2002 in Japan und Südkorea dabei, als sie im Achtelfinale gegen Brasilien ausgeschieden waren. Für den Gruppenzweiten Kroatien (17), der durch Niko Kranjcar zum Anschluss traf (83.), bleibt nur die Hoffnung, über die Playoffs noch die vierte WM-Teilnahme zu erreichen.

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Schweizer zum dritten Mal in Serie bei WM

Die Eidgenossen gingen in Tirana durch eine Co-Produktion eines Deutsche-Bundesliga-Duos in Führung: Der Münchner Shaqiri verwandelte kurz nach der Halbzeit (48.) eine Vorlage von Granit Xhaka von Borussia Mönchengladbach. Das beruhigende 2:0 erzielte Verteidiger Michael Lang (79.), ehe Hamdi Salihi kurz vor Schluss für Albanien per Foulelfmeter noch verkürzte (89.). Nach dem sechsten Sieg im neunten Qualifikationsspiel führen die ungeschlagenen Schweizer mit 21 Punkten die Gruppe E an und können am letzten Spieltag am Dienstag nicht mehr eingeholt werden. Die Schweizer sind zum dritten Mal in Serie bei der WM dabei - Hitzfeld betreute die Nationalelf auch 2010 in Südafrika.

Iren kein Hindernis für DFB-Elf

Auch Österreichs Quali-Gruppengegner Deutschland hat sich wie erwartet problemlos das Ticket für die WM gesichert. Die Mannschaft von Joachim Löw gewann am Freitag in Köln 3:0 (1:0) gegen Irland und sicherte sich damit in der vorletzten Quali-Runde die 18. Endrunden-Teilnahme.

Vor 46.237 Zuschauern im ausverkauften Kölner WM-Stadion erzielten Sami Khedira (12.), Andre Schürrle (58.) und Mesut Özil (91.) die Tore für die DFB-Elf, die im neunten Gruppenspiel ihren achten Sieg verbuchte. Am Dienstag (20.45 Uhr) trifft der dreimalige Welt- und Europameister in einem bedeutungslosen Spiel in Stockholm noch auf Schweden. Löw nahm aufgrund der acht verletzungsbedingten Absagen einige Umstellungen vor, beorderte etwa Özil ins Sturmzentrum. Bastian Schweinsteiger gab im Mittelfeld nach einem halben Jahr ein Comeback. Nach dem Ausfall von Linksverteidiger Marcel Schmelzer durfte Marcell Jansen nach fast drei Jahren wieder für Deutschland auflaufen.

„Three Lions“ auf Kurs Richtung Brasilien

England ist nur noch einen Schritt von der WM-Teilnahme entfernt. Gegen Angstgegner Montenegro feierten die Engländer am Freitag einen klaren 4:1 (0:0)-Heimsieg. Mit nun 19 Punkten in der Gruppe H können die „Three Lions“ mit einem weiteren Heimsieg am Dienstag gegen Polen sicher das Ticket nach Südamerika buchen.

Verfolger Ukraine (18) wahrte mit dem 1:0 (0:0) gegen Polen seine Chancen, muss aber auf einen englischen Ausrutscher hoffen und selbst bei Schlusslicht San Marino gewinnen. Für Montenegro (15) geht es nur noch theoretisch um Platz zwei, der im November zur Teilnahme an den Playoff-Spielen um die letzten WM-Plätze berechtigt.

In Wembley machten die Gastgeber erst nach dem Seitenwechsel alles klar. In der 48. Minute gelang Stürmerstar Wayne Rooney von Manchester United die erlösende Führung, nach einem montenegrinischen Eigentor sowie dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer der Gäste sorgte der insgesamt herausragende Andy Townsend (78.) für eine komfortable Zwei-Tore-Führung. Daniel Sturridge erzielte in der Nachspielzeit per Foulelfmeter den Endstand.

Spanien fehlt nur noch ein Punkt

Welt- und Europameister Spanien fehlt nur noch ein Punkt. Die Mannschaft von Trainer Vicente del Bosque besiegte am Freitagabend in Palma de Mallorca die Auswahl Weißrusslands 2:1 (0:0) und geht in Gruppe I mit einem Drei-Punkte-Vorsprung gegenüber Verfolger Frankreich in das letzte Spiel am Dienstag gegen Georgien. Frankreich, das am Freitag in einem Testspiel Australien mit 6:0 besiegte, trifft zum Abschluss auf Finnland.

Für Portugal ist die direkte Quali hingegen kaum noch zu schaffen. Der EM-Halbfinalist um Stürmerstar Cristiano Ronaldo kam am Freitagabend in Lissabon nur zu einem 1:1 (1:0) gegen Israel und hat vor dem letzten Spieltag in der Gruppe F drei Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Russland und die deutlich schlechtere Tordifferenz. Ben Basat schockte die Portugiesen in der 85. Minute mit dem Ausgleich, nachdem die Führung durch Ricardo Costa (27.) lange gehalten hatte. Ronaldo scheiterte in der 90. Minute bei Portugals letzter Chance.

Niederlande feiern Kantersieg gegen Ungarn

Die Niederlande haben sich trotz bereits geschaffter Qualifikation für die WM 2014 warm geschossen und im neunten Spiel den achten Sieg gefeiert. Im Spitzenspiel der Gruppe D fertigte die „Elftal“ den völlig überforderten bisherigen Gruppenzweiten Ungarn mit 8:1 (4:0) ab.

Stürmerstar Robin van Persie (15., 44. Minute), Kevin Strootman (24.) und der starke Jeremain Lens (37.) sorgten schon vor dem Seitenwechsel für klare Verhältnisse, erneut van Persie (53.) sowie in der Schlussphase auch noch HSV-Profi Rafael van der Vaart (86.) und Arjen Robben (90.) setzten das muntere Scheibenschießen bei einem Eigentor der Ungarn (65.) munter fort.

Die Ungarn bleiben trotz des Debakels mit 14 Punkten im Rennen um Platz zwei, der zur Teilnahme an den Playoff-Spielen im November berechtigt. Allerdings zogen sowohl die Türkei (16) mit einem 2:0 (1:0) in Estland als auch Rumänien (16) mit einem 4:0 (1:0) in Andorra in der Tabelle vorbei. Am letzten Spieltag empfängt Ungarn am Dienstag das in der Qualifikation weiter punkt- und torlose Andorra, die Türkei hat in Istanbul die Niederlande zu Gast und Rumänien empfängt in Bukarest Estland.

Bosnien vor erster WM-Teilnahme

Bosnien-Herzegowina hat beste Chancen, sich auf direktem Wege zu qualifizieren. Das Team um ManCity-Star Edin Dzeko feierte einen 4:1 (4:0)-Pflichtsieg gegen Außenseiter Liechtenstein. Dzeko (27./39.) war schon vor der Pause zweimal erfolgreich, aus der weiter torhungrigen bosnischen Offensive trafen auch Zvjezdan Misimovic (34.) und Vedad Ibisevic (38.) vom VfB Stuttgart.

Dagegen ist Ex-Europameister Griechenland trotz eines 1:0 (1:0) gegen die Slowakei im Fernduell am letzten Spieltag nur Außenseiter. Der Siegtreffer war ein Eigentor des Slowaken Martin Skrtel kurz vor Ende der ersten Halbzeit. Einen eigenen Heimsieg am Dienstag gegen Liechtenstein vorausgesetzt, ist Platz eins für die Griechen nur noch im Falle eines Punktverlusts der Bosnier in Litauen realistisch.

Die bei Punktgleichheit relevante Tordifferenz spricht mit +23 klar für die Bosnier. Griechenlands Minimalisten kommen hier nur auf einen Wert von +6. Der Gruppenzweite hat im November in zwei Playoff-Spielen noch eine Chance auf die Qualifikation für die WM.

Dänemark verspielt Sieg gegen Italien

Dänemarks hat in letzter Minute noch den Sieg gegen Italien verspielt. Durch das 2:2 (1:1) gegen den bereits für die Endrunde im kommenden Jahr in Brasilien qualifizierten viermaligen Weltmeister verpassten die Nordeuropäer vor dem letzten Spieltag nur sehr unglücklich eine bessere Ausgangsposition in der Gruppe B. Alberto Aquilani zerstörte in der Nachspielzeit die Hoffnungen der Dänen auf einen so wichtigen Heimsieg.

Zuvor hatte Stürmerstar Nicklas Bendtner (45.+1, 79.) mit zwei Toren die italienische Führung durch Pablo Osvaldo (28.) gekontert. Trotz des späten Rückschlags haben die Dänen nach zwischenzeitlicher Schwächephase in der Qualifikation mit nun 13 Punkten noch gute Chancen auf Platz zwei in der Gruppe, der zur Teilnahme an den Playoff-Spielen im November berechtigt.

Ein Sieg am Dienstag gegen Außenseiter Malta hilft aber nur, wenn gleichzeitig Bulgarien (13) nicht gegen Tschechien (12) gewinnt. Die Bulgaren verpassten eine bessere Ausgangsposition durch ein 1:2 (0:1) in Armenien (12), das bei einem Auswärtsspiel in Italien nur noch theoretische Chancen hat. Gleiches gilt für Tschechien (12) trotz eines 4:1 (2:0)-Pflichtsieges auf Malta. (TT.com, APA, dpa)


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