Zu viele Patzer und zu wenige gute Momente

Bei der 2:3-Heimniederlage gegen Znojmo fehlte den Haien genau jene Power, um als Außenseiter einem Spitzenteam „wehtun“ zu können.

Von Alex Gruber

Innsbruck – Nach zwei knappen Niederlagen gegen die Kärntner Traditionsklubs KAC (4:5) und Villach (1:2) waren die Haie in der Erste Bank Eishockeyliga zwar zuletzt durchaus am Puls der Zeit, Zählbares blieb aber nicht auf dem Konto der Innsbrucker liegen. „Wir dürfen nicht vermessen werden, aber natürlich wäre ein Punktegewinn gegen Znojmo für die Moral wieder gut“, sprach deswegen Obmann Günther Hanschitz im Vereinsbüro, noch ehe gestern das siebente Saison-Heimspiel und zweite Treffen gegen Znjomo (das erste wurde auswärts 3:5 verloren) angepfiffen wurde.

Verteidiger Flo Pedevilla stand in Zivil nur an der Bande statt mitzumischen. Die Hüftschmerzen sorgen zur Stunde mitunter für teils schlaflose Nächte. Der angeschlagene Routinier Marek Malik „genehmigte“ sich zwar das erste Drittel, blieb dann in der ersten Pause aber auch noch in der Kabine. So viel zu den Schmerzen in den Gelenken und der Ausfallsliste.

Den ein oder anderen schmerzhaften Moment gab es dann auch am Eis: Nach nur 104 Sekunden lagen die Tschechen nach einem Solo von Martin Podesva mit 1:0 in Front. Und die provokante Frage von HCI-Coach Danny Naud, wen denn Fußball (Österreich gegen Schweden) interessiere, beantworte ein Blick auf die Tribüne: „Nur“ knapp 1000 Zuseher waren heiß auf Eishockey.

Nach einigen liegen gelassenen Chancen im Anfangsdrittel durch den offensiven Defensivstrategen Stefan Pittl und Angreifer Luke Salazar nahmen die Haie dann zu Beginn des Mitteldrittels ein Gästegeschenk an: Salazar bediente Höller ideal – nach dem 1:1 und 21 Minuten war wieder alles offen. So richtig warm konnte man mit dem Spiel der Hausherren aber dennoch nicht werden. Powerplay um Powerplay war mehr Stückwerk als spielerische Leichtigkeit zu erkennen. Bezeichnend, dass die Gäste durch einen allerdings herrlichen Unterzahl-Treffer von Jan Lattner (23.) rasch wieder in Front gingen. Es war der Abend der Geschenke. Und Znojmo diktierte mit feiner Stocktechnik und guten Eisläufern, auch in Unterzahl, den Takt.

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In der zweiten Drittelpause füllte sich dann die Sportsbar in der Tiwag-Arena. Sie wissen schon – „wen interessiert Fußball?“. Die Übertragung aus Schweden lief an. Und dem ein oder anderen Besucher stand die Gretchenfrage ins Gesicht geschrieben: Große WM-Träume der Kicker via TV live miterleben oder doch noch 20 Minuten Hausmannskost aus dem Eishockey-Liga-Alltag hautnah erleben? Die Haie waren gestern aber nicht imstande für große Gefühle zu sorgen: Nach einem kapitalen Fehlpass von Salazar fuhr Znojmo den Konter zum 1:3, der 2:3-Anschluss von Tyler Donati (sechs gegen vier, Goalie Munro war im Powerplay vom Eis) änderte nichts mehr.


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