Innsbrucker Harald Ott erhielt Auszeichnung für Spitzenforschung

Zwei erfolgreiche in den USA tätige österreichische Forscher wurden am Samstagabend mit dem „ASCINA-Award“ ausgezeichnet. Der Innsbrucker Harald Ott und Michael Grünwald erhalten vom Wissenschaftsministerium je 10.000 Euro.

Los Angeles – Spitzenforschung „made by Austrians“ wurde Samstagabend zum Abschluss des „Austrian Science Talks“ in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) ausgezeichnet. Der Chirurg Harald Ott und der Physiker Michael Grünwald erhielten den vom Verein „Austrian Scientists and Scholars in North America“ (ASCINA) vergebenen „ASCINA-Award“. Die Auszeichnung ist vom Wissenschaftsministerium mit je 10.000 Euro dotiert.

Die ASCINA-Preise werden an junge, in Nordamerika tätige Forscher für exzellente wissenschaftliche Publikationen oder Projekte in den Kategorien „Principal Investigator“ und „Young Scientist“ vergeben. Die Einreichungen werden vom Wissenschaftsfonds FWF begutachtet.

„Der ASCINA Preis ist ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung für die in den USA und Kanada tätigen österreichischen Forscher“, betonte die Leiterin der Forschungssektion im Wissenschaftsministerium, Barbara Weitgruber.

Kategorie „Principal Investigator“

In der Kategorie „Principal Investigator“ wurde Harald Ott für seine in der Fachzeitschrift „Nature“ publizierte Entwicklung einer biologischen Kunst-Niere ausgezeichnet. Ott, geboren am 6. Juni 1977 in Innsbruck, hat an der Uni Innsbruck Medizin studiert. Seit 2008 leitet er ein eigenes Labor an der Harvard Medical School.

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Ott hat in den vergangenen Jahren mit seinem Verfahren zur Herstellung biologischer Kunst-Organe Aufmerksamkeit erregt. 2008 hat er Rattenherzen in einem Bioreaktor nachgebaut und diese wieder zum Schlagen gebracht. Zwei Jahre später hat er mit dem gleichen Verfahren eine biologische Kunst-Lunge hergestellt und diese in Ratten transplantiert. Auch die heuer publizierte Kunst-Niere zeigt - sowohl im Bioreaktor als auch in lebende Ratten implantiert - normale Nierenfunktion - wenn auch noch in einem deutlich reduziertem Ausmaß - und scheidet Urin ab.

In dem Verfahren verwendeten die Forscher Organe toter Tiere oder Menschen, die sie mit einem speziellen Verfahren auswaschen und von allen Herz-, Lungen- oder Nierenzellen befreien. Übrig bleibt nur noch ein Gerüst aus sogenannter extrazellulärer Matrix, die dann in einem Bio-Reaktor mit frischen Zellen des betreffenden Organs wieder besiedelt wird.

Grünwald erhielt den „Young Scientist Award“

Der Preisträger des „Young Scientist Award“, Michael Grünwald, beschreibt in seiner in der Fachzeitschrift „Nano Letters“ veröffentlichten Arbeit, wie Nanokristalle dazu gebracht werden können, ihre Hochdruck-Struktur auch bei normalem Druck beizubehalten. Grünwald hat an der Universität Wien Physik studiert und wurde dort auch 2009 promoviert. Anschließend forschte er mit einem Erwin-Schrödinger-Stipendium an der University of California in Berkeley. Seit 2011 ist er wieder an der Uni Wien im Bereich „Computational Physics“ tätig und erforscht die Mechanismen hinter wichtigen dynamischen Prozessen im Nanobereich.

In dem Verein ASCINA haben sich mehr als 1000 österreichische Forscher zusammengeschlossen, die derzeit in den USA und Kanada tätig sind bzw. waren. (APA)


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