Iran lehnt Auslagerung von Uranbeständen ins Ausland ab

Teheran – Kurz vor der Wiederaufnahme internationaler Verhandlungen über ihr Atomprogramm hat die iranische Regierung ausgeschlossen, ihre B...

Teheran – Kurz vor der Wiederaufnahme internationaler Verhandlungen über ihr Atomprogramm hat die iranische Regierung ausgeschlossen, ihre Bestände an angereichertem Uran im Ausland zu lagern. „Die Rote Linie des Iran in den Verhandlungen ist die Urananreicherung“, zitierte das Staatsfernsehen am Sonntag auf seiner Website Atom-Unterhändler Abbas Araqchi. Über Form, Umfang und Grad der Urananreicherung könne diskutiert werden, „aber das Versenden ins Ausland unserer (Uran-)Produktion stellt unsere Rote Linie dar“.

Araqchi kündigte dem Bericht zufolge an, sein Verhandlungsteam werde „die Rechte des Iran verteidigen und nicht ein Jota bei dem zurückweichen, auf das die iranische Nation gemäß internationaler Regeln ein Recht hat“. Sein Land werde sein Recht auf Technologien der zivilen Atomkraftnutzung vollständig ausschöpfen.

Am Dienstag und Mittwoch will der Iran in Genf Verhandlungen über sein Atomprogramm mit der 5+1-Gruppe führen. Der Gruppe gehören die fünf UNO-Vetomächte USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China sowie Deutschland an. Die Gespräche waren im April unterbrochen worden. Der Amtsantritt des als gemäßigt geltenden iranischen Präsidenten Hassan Rohani (Rouhani) im August nährte Hoffnungen auf eine Beilegung des Atomstreits mit Teheran. Der Westen wirft dem Iran vor, unter dem Deckmantel der zivilen Atomkraftnutzung am Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran weist dies entschieden zurück.

Laut einem Bericht der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) von Ende August verfügt der Iran über 6774 Kilogramm Uran, das zu einem Grad von 3,5 Prozent angereichert ist, sowie über 186 Kilogramm Uran mit einem Anreicherungsgrad von 20 Prozent. Für den Bau einer Atomwaffe ist ein Anreicherungsgrad von rund 90 Prozent nötig, für ein Kernkraftwerk reichen 3,5 bis vier Prozent. (APA/AFP)


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