Kurzfilmfestival Rendez-vous startet

Am 22. Oktober lädt die Marktgemeinde Reutte Menschen mit und ohne Behinderung zu einer gemeinsamen cineastischen Entdeckungsreise rund um das Leben mit Einschränkungen.

Reutte –Der Bezirk Reutte hat bei der Integration von Menschen mit Behinderung seit Langem eine Vorreiterrolle in Österreich. So gibt es beispielsweise keine Sonderschule mehr. Kinder und Jugendliche mit Behinderung werden zur Gänze in den Regelschulbetrieb integriert. Auch das „Soziale Leitbild Außerfern“ beinhaltet ein eigenes Protokoll zum Thema Menschen mit Behinderung. Für REA-Obmann Alois Oberer darf dieses Leitbild nicht in der Schublade verschwinden. „Wir müssen laufend an der Umsetzung arbeiten, um für alle Menschen im Bezirk eine hohe Lebensqualität in Reutte zu erreichen. Die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft benötigen dabei unsere besondere Aufmerksamkeit“, erklärt der Reuttener Bürgermeister. Das Leben mit einer Behinderung müsse nicht Unselbstständigkeit, Armut und Bevormundung bedeuten. In jedem Menschen stecke auch eine Einzigartigkeit und eine besondere Begabung.

Auf Initiative von Brigitte Protschka und Dagmar Rothemund aus Füssen entstand die Idee, ein grenzüberschreitendes Kurzfilmfestival zum Thema Menschen mit Behinderung auf die Beine zu stellen. In den Filmen dreht sich alles um das Leben mit Einschränkungen, mit speziellen Bedürfnissen und besonderen Fähigkeiten jenseits gängiger Klischees.

Die Kurzfilme werden am 22. Oktober von 17 Uhr bis 21.30 Uhr im Lina-Thyll-Saal der Landesmusikschule Reutte gezeigt. Der Filmabend ist in zwei Blöcke unterteilt. Zwischen den Blöcken gibt es eine Stunde Pause mit Buffet. Eine Audiodeskription ermöglicht es auch Blinden und sehbehinderten Menschen, das Gezeigte mitzuverfolgen. Für Gehörlose wird die Handlung der Filme mithilfe von Gebärdensprache vermittelt. Nach jedem Programm besteht die Gelegenheit zum Gespräch mit einer Darstellerin beziehungsweise einem Darsteller. Die Eintrittspreise liegen für jeden Filmblock bei sechs Euro, die ermäßigten Karten kosten vier Euro (Jugendliche). Die Karten gibt es im Vorverkauf bei der Raiffeisenbank Reutte, Untermarkt 3, sowie an der Abendkasse.

Das grenzüberschreitende Festival entstand in Zusammenarbeit mit „Procap“, dem größten Mitgliederverband von und für Menschen mit Behinderung in der Schweiz. Das Projekt wird über den Kleinprojektefonds der Euregio Via Salina gefördert. Projektträger sind die Lebenshilfe Ostallgäu und die Marktgemeinde Reutte in Zusammenarbeit mit der Regionalentwicklung Außerfern sowie der Arbeiterwohlfahrt Füssen-Schwangau. (hm)


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