Städte weiten die Kampfzone um Parkplätze aus

50 Cent für eine halbe Stunde Parken sind in Innsbruck passé. Graz hat am 1. Oktober auf 90 Cent erhöht. In Salzburg träumen einige von einer Einfahrtsmaut. Ein Städtevergleich.

Von Sabine Strobl

Innsbruck – Während in Innsbruck das neue Parkkonzept für Diskussionen sorgt, gilt in Graz seit 1. Oktober eine neue Regelung. „Wir hatten 23 Jahre lang keine Gebührenerhöhung“, erklärt Parkgebührenreferatsleiter Gottfried Pabatschnig der TT. Mit 90 Cent für eine halbe Stunde in der Kurzparkzone der Innenstadt wollte man unter den Tarifen von Wien und Linz bleiben. Auch die Preise für Jahrestickets wurden angehoben. Zudem gelten die Zeitkarten der billigeren Zone nur noch für einen statt für zehn Bereiche. „Damit wollen wir den Binnenverkehr unterbinden.“ Gegen das Problem Pendlerverkehr will man in den nächsten Jahren „kleinräumig“ mit weiterer Ausdehnung der Kurzparkzone vorgehen. Besonders spürbar sei die Verlagerung des Parkproblems von den Innen- in die Außenbezirke in Salzburg, sagt Raumplaner Martin Eckschlager. Es werde immer wieder eine Einfahrtsmaut diskutiert. Den Preis von 60 Cent für 28 Parkminuten hält er nicht mehr für indexangepasst.

Auch Tirols größere Gemeinden bemühen sich um Parkkonzepte, die Wirtschaft, Anrainer und Pendler akzeptieren. In Kufstein soll laut Bürgermeister Martin Krumschnabel ein Parkhaus für Pendler entstehen.

Parkgebühren in den Landeshauptstädten Österreichs

Innsbruck

1

In Tirols Landeshauptstadt wird das neue Parkkonzept heiß diskutiert. Ein Parkplatz in der Innenstadt soll künftig 70 Cent für eine halbe Stunde kosten. Zudem sollen die Kurzparkzonen und die gebührenpflichtige Zeit bis 21.00 Uhr ausgedehnt werden.

Bregenz

2

Österreichs westlichste Landeshauptstadt leistet sich günstige Parktarife. 30 Cent beträgt der Mindesteinwurf in der Innenstadt. Eine Stunde kostet 1,10 Euro, zu zahlen von 8.00 bis 18.00 Uhr. Zu Mittag (12.00–13.30 Uhr) sind 1,5 Stunden gratis.

Salzburg

3

Auch Tirols östlicher Nachbar ist derzeit noch günstiger als Innsbruck. 28 Minuten Parkzeit in der Innenstadt kosten 60 Cent. Die Zeit: 9.00–19.00 Uhr. Am Samstag gilt zwar die Kurzparkzone, sie ist aber gratis.

Linz

4

Oberösterreichs Landeshauptstadt orientiert sich nach Wien. 1 Euro ist der Tarif für eine halbe Stunde Parkzeit. Es können in 10-Cent-Schritten Parkminuten erworben werden. Zeit: 8.00–18.30 Uhr wochentags. 8.00–15.00 Uhr am Samstag.

St. Pölten

5

Niederösterreichs Landeshauptstadt bietet günstiges Parkpflaster an. Die Gebühr für eine halbe Stunde in der Kurzparkzone beträgt 50 Cent. Gebührenpflichtige Zeit: wochentags von 8.00–12.00 Uhr und 13.00–18.00 Uhr, am Samstag von 8.00–12.00 Uhr.

Eisenstadt

6

Die Landeshauptstadt vom Burgenland hat eine Parkgebühr von 50 Cent pro halbe Stunde verordnet. Es kann ferner in 10-Cent-Schritten Parkzeit gekauft werden. Ab 16 Uhr ist das Parken frei, am Samstag ab 12 Uhr.

Graz

7

Österreichs zweitgrößte Stadt ist kein billiges Pflaster. Seit 1. Oktober gilt ein neues Parkkonzept. 90 Cent statt 60 Cent kostet eine halbe Stunde in der Innenstadt. 10-Cent-Schritte sind möglich. Wochentags von 9.00 bis 20.00 Uhr.

Klagenfurt

8

Kärntens Landeshauptstadt gibt es in der gebührenpflichtigen Kurzparkzone die Möglichkeit, 10 plus 10 Minuten gratis zu parken. Eine halbe Stunde kostet 60 Cent, wochentags von 8.00 bis 18.00 Uhr. Samstag: 8.00–12.00 Uhr.

Wien

9

Österreichs einzige Großstadt bietet seit September eine Viertelstunde Gratisparken an. 1 Euro kostet dann eine halbe Stunde in der Kurzparkzone der Innenstadt. Im Europavergleich ist Wien gemäßigt. 1,50 Euro kostet die halbe Stunde in München, 75 Cent in Berlin, in London können es 6 Euro sein.

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