Eine fast perfekte Saison

Der Tirol-Motorsportler Mario Dablander fuhr den Tourenwagen-EM-Titel ein.

Von Adrian Stöckl

Mieming –„Es ist ein tolles Gefühl, wenn der ganze Druck abfällt.“ Auch knapp zehn Tage nach seinem Triumph in der Tourenwagen-Europameisterschaft ist das Glücksgefühl bei Mario Dablander immer noch präsent. Der 24-jährige Mieminger hatte diese Saison erstmals in der EM angegriffen. Und das gleich mit durchschlagendem Erfolg.

Vom ersten Rennen an konnte der Tour-Neuling bestens mithalten und belegte prompt Platz zwei in Monza. Als hätte er den Platz am Podest gepachtet, positionierte sich der Karosseriebautechniker in jedem seiner fünf Rennen am Podest. „Eine fast perfekte Saison“, grinst er.

Nervenaufreibend sei es speziell im abschließenden Rennen im Brünner Autodrom geworden. Sein schärfster Konkurrent Aurelien Conte (FRA) hatte das erste von zwei Rennen für sich entschieden. Nur mehr drei Punkte lagen zu diesem Zeitpunkt zwischen den Rivalen. „Im zweiten Rennen startete ich dann von der Pole-Position und gab den Start-Ziel-Sieg auch nicht mehr her“, erzählt der Tiroler. „Doch die letzte Runde fühlte sich wie eine Ewigkeit an. Es gibt nichts Schöneres, als den Europameistertitel vor Augen zu haben und dann als Erster die Zielflagge zu passieren“, erinnert sich Dablander.

Der Tiroler bleibt aber bescheiden und sucht die Gründe für den Erfolg in seinem Umfeld. Ein Dankeschön gelte seinem Team und seiner Familie. „Mein Team hat super gearbeitet. Dass wir nie einen technischen Ausfall zu beklagen hatten, spricht Bände.“

An den Trubel um seine Person, speziell in den Tagen nach dem Triumph, muss sich Dablander aber erst noch gewöhnen. „Das Handy hat die ganze Zeit geklingelt. Das war ungewohnt, aber schön.“

Dablanders Traum bleibt die WM-Klasse. „Es ist nichts fix. In den nächsten Wochen müssen Sondierungsgespräche geführt werden. Ziel ist es aber, in die Tourenwagenweltmeisterschaft (WTCC) zu gelangen“, will er bei der Teamsuche nichts überstürzen.

Möglich, dass er mit dem neuen Seat-Supercopa noch ein Jahr in der EM fährt und dann wechselt. Er will der erste Österreicher überhaupt in der Tourenwagen-WM sein. Der erste österreichische Europameister ist er ja bereits.


Kommentieren


Schlagworte