Acht Punkte Abzug für Admira wegen Lizenzverstoß

Die Niederösterreicher werden gegen das Urteil wie erwartet protestieren.

Innsbruck - Elf Runden, null Punkte. Die drastische Sanktion des „Senat 5“ (Lizenzausschuss) bezüglich der Admira tritt sofort in Kraft. „Versetz dich jetzt einmal in die Köpfe des Trainers und der Spieler“, zuckt Wacker-Coach Roli Kirchler mit den Achseln: „Ich verspüre keine Schadenfreude, sondern find’s nur tragisch für den österreichischen Fußball. Im Mai sind die Lizenzen verteilt worden und im Oktober geht schon wieder nix zusammen.“ Lukas Hinterseer ließ aus dem ÖFB-Teamcamp Ähnliches verlautbaren: „Ich glaube zwar nicht, dass es bei einem Acht-Punkte-Abzug bleibt, aber das bringt sicher keine Ruhe in den Verein. Diese Nachricht ist Gift.“

Der Admira war bereits im Frühjahr in erster Instanz die Lizenz verwehrt geblieben, ehe die Spielgenehmigung über das Protestkomitee erteilt wurde. Die Hoffnung, mit Toni Polster und nach dem Abgang von Mäzen Richard Trenkwalder 2012 neue Sponsoren zu lukrieren, erwies sich als Seifenblase. Toni Polster war nach drei Runden schon wieder weg. Die Stunde null in der Tabelle schlägt den Niederösterreichern jetzt unter Walter Knaller. Zehn Punkte fehlen auf Wacker und Wolfsberg.

„Für den Club und die Bundesliga ist diese Entscheidung, insbesondere in sportlicher Hinsicht, natürlich nicht erfreulich“, gab Bundesliga-Vorstand Georg Pangl zu. Die Admira wird aber wie erwartet Protest einlegen, das Urteil wurde als „Keulenschlag, der den Verein völlig unvorbereitet getroffen hat“, bezeichnet. In einer Presseaussendung nahm der Club zu den Gründen für die Bestrafung Stellung. Hintergrund sei eine langwierige Diskussion zwischen der Stadtgemeinde Mödling und der Gemeinde Maria Enzersdorf über die Kommunalsteuer-Zugehörigkeit der Admira. Diese Debatte laufe seit dem Einstieg der Firma Trenkwalder bei der Admira im Jahr 2008: „Trotz mündlicher Zusagen und intensiver Aufklärungs- und Lösungsversuche durch den Vorstand von Admira reichte die Gemeinde Maria Enzersdorf unkoordiniert eine Exekution von Kommunalsteuerabgaben bei der Österreichischen Fußball-Bundesliga ein. Admira hat vorsorglich Kommunalsteuer-Rückstellungen in der Bilanz vorgesehen, was jedoch für die Österreichische Fußball-Bundesliga nicht ausreichte.“

Seitens des (stockenden) Informationsflusses könnte sich auch die Bundesliga hinterfragen. Kirchler wirft auch noch eine andere Überlegung ein: „Vielleicht denkt man auch einmal über das Ligaformat nach, damit man bei mehr Clubs mit weniger Druck im Abstiegskampf mit weniger Kapital wirtschaften kann. Letztlich sollen die spielen, die gesund sind und sich’s leisten können. Das trifft ja auch auf uns zu.“ Den Abstiegskampf erklärt er nicht für erledigt: „Uns nimmt das keinen Druck. Wir wollen uns ja mit guten Leistungen ins Mittelfeld orientieren.“ (lex, APA)

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Lizenzbestimmungen 4.4.1.3

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