„Semino Junior“ muss nach Namensstreit in Pension

Der Kärntner Entertainer Stefan Wrana gibt seine an Semino Rossi angelehnte Kunstfigur auf. Den kurzen Ruhm hält er aber für „vorteilhaft“.

Stefan Wrana (li.) und Semino Rossi.
© AlpeAdriaMusic, Koch Records

Von Marco Witting

Innsbruck – Er wollte ein bisschen so sein wie der Superstar der Schlagerbranche Semino Rossi – ein „Se-Mini“ sozusagen. Doch jetzt muss der Kärntner Entertainer Stefan Wrana seine Kunstfigur „Semino Junior“ nach ein paar Wochen, einigen TV-Interviews und Zeitungsartikeln schon wieder in Pension schicken. Der Grund für den vorzeitigen Ruhestand: der Druck der Anwälte des Originals.

Diese hatten nämlich an eine „Zufälligkeit“ beim Aussehen und Habitus nicht wirklich geglaubt und Wrana einen kleinen, aber recht eindeutigen Brief geschrieben. „Zufällig“ gelangte die Geschichte an die Medien und „Semino Junior“ sonnte sich einen Sommer lang im Licht der Öffentlichkeit. Jetzt ist aber Schluss mit der optischen Verwandlung.

„Anlässlich des Drucks der Anwälte von Semino Rossi sah ich mich gezwungen, von meiner Kunstfigur Abstand zu nehmen“, erklärt Wrana, der auch als Entertainer Stanley auftritt.

Die Berliner Anwälte des Wahltiroler Superstars hatten wie berichtet im August darauf hingewiesen, dass vor allem die Fans nicht in die Irre geführt werden sollten. Das Schreiben wirkte. Denn nun gab der kleine Semino klein bei. „Das Lied uns’rer Liebe“ (so der letztlich nicht ganz passende Titel der vermeintlichen ersten Single), das Wrana für seine Kunstfigur geschrieben hatte und einsingen wollte, sollen nun andere auf CD pressen und veröffentlichen. Interesse dafür sei da, erklärt er.

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Es tue ihm schon leid, sagte der talentierte Sänger, dass die Kunstfigur jetzt nicht mehr sein darf. Sie habe ja vielen Leuten Freude bereitet. Aber, Wrana ganz Profi: „Ich freue mich auf neue Projekte.“

Eigentlich habe er nur vorgehabt, den „Semino Junior“ im „kleinen Rahmen“ darzustellen. Dass daraus eine so große Sache wurde, „sei in jedem Fall vorteilhaft“, fügte Wrana auch noch an. Ob er Schaden oder Nutzen daraus ziehen werde, könne man heute aber noch nicht sagen.

Der Kärntner hätte sich auch einen persönlicheren Umgang von Mensch zu Mensch in der Angelegenheit gewünscht. Bekommen hat er aber nur Anwaltsbriefe. Und einen Sommer lang mediale Aufmerksamkeit. Die gehört dem Original jetzt wieder ganz allein.


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