Schwierige Suche nach einem Kinderarzt

Auch wenn die ärztliche Versorgung des Bezirks Kitzbühel als gut eingestuft wird, mangelt es dennoch an der Versorgung für Kinder.

Von Harald Angerer

Kitzbühel –Wie schaut’s aus im Bezirk Kitzbühel? Das wollten Arno Melitopulos, Direktor der Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK), und deren Obmann Werner Salzburger bei einem Besuch im Bezirk wissen. Im Rahmen einer kleinen Eröffnung der neuen TGKK-Räumlichkeiten im Raiffeisenhaus in Kitzbühel haben sie zu einem Gesundheitsgespräch eingeladen. Mit dabei waren Vertreter der Gemeinden, der Wirtschaftskammer, der Arbeiterkammer, der Sozialsprengel und von Hilfsvereinen.

Die Bilanz fällt positiv aus. So sei die ärztliche Versorgung im Bezirk gut, die Notfallversorgung wird sogar als sehr gut eingestuft. „Wir wollen aber nichts schönreden“, sagt Melitopulos, es gebe auch Verbesserungsmöglichkeiten. So zum Beispiel bei der Übergangspflege. Hier sei aber schon ein Projekt im Gespräch. Auf einen möglichen Standort für eine solche Übergangspflege haben sich laut Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler die Bürgermeister des Bezirks auf Kitzbühel verständigt. Auch beim Entlassungsmanagement könnte sich noch etwas verbessern. Das heißt den Übergang vom Krankenhaus bis der Patient wirklich wieder selbstständig alleine zu Hause zurechtkommt.

Größer ist das Problem bei der ärztlichen Versorgung von Kindern im Bezirk. Es fehlt ein Kinderarzt. Eine solche Stelle zu besetzen, wäre aber nicht so leicht, wie Melitopulos und Salzburger betonen. „Es kommen immer weniger Mediziner aus der Ausbildung“, sagt Melitopulos und Salzburger ist überzeugt, dass man den Ärzten Anreize geben müsse. „Da werden alle zusammenhelfen müssen. Die Gemeinden wie auch wir“, sagt Salzburger. Selbst in Innsbruck sei es schon schwierig, Ärzte nachzubesetzen, „aber Kitzbühel ist keine B-Lage, ich bin mir sicher, dass wir hier eine Lösung für einen Kinderarzt finden“, gibt sich Salzburger zuversichtlich. Weniger Probleme sehen Salzburger und Melitopulos bei der Nachbesetzung der allgemeinen Ärzte. Diese sei nicht leicht, aber lösbar. Aber auch hier brauche es Änderungen, um den Job attraktiver zu machen, wie zum Beispiel mit Sammelpraxen und der Einführung eines Facharztes für Allgemeinmedizin.

Ebenfalls einen Mangel gibt es bei Ergo-, Physiotherapie und Logopädie im Bezirk. Eltern müssen deshalb weite Wege auf sich nehmen, um ihr Kind behandeln zu lassen. „Im Bezirk fehlt hier noch eine Schwerpunktlösung in diesen Bereichen. Ich denke, dass es bereits im nächsten Jahr so weit sein könnte“, sagt Melitopulos. Hier seien die Bemühungen der TGKK sehr groß, eine rasche Lösung auf Schiene zu bringen.


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