Mandatar reißt der Geduldsfaden

Mayrhofner Ex-Vizebürgermeister wettert gegen Polit-Kollegen. Die Bergbahn hält am Zeitplan für neue Bahn fest.

Von Angela Dähling

Mayrhofen –Als Vizebürgermeister hatte Hans Gasser in Mayrhofen einst immer wieder laut und öffentlich seine Meinung gesagt, auch wenn er damit aneckte. Seit der letzten Gemeinderatswahl ist der nunmehrige einfache Gemeindemandatar dagegen vergleichsweise ruhig. Bis jetzt. Denn als die TT den Metzgermeister, der gegenüber der Penkenbahn seinen Betrieb hat, kürzlich auf die Situation im Gemeinderat und das Verkehrskonzept ansprach, machte er seinem Ärger Luft.

„Was wir haben, ist eine veränderte Skibuslinienführung, aber kein Konzept. Da werden Beschlüsse gefasst, die nicht ernst gemeint sind. Es wird nur gemauschelt und getäuscht im Gemeinderat und hinter verschlossenen Türen was anderes gesagt, als nach außen kommuniziert wird“, wettert Gasser. Es sei frustrierend. Und weiter: „Ich glaube keinem ein Wort mehr, bis ich Taten sehe.“ Auch Bürgermeister Günter Fankhauser kritisiert er scharf. Dieser sei unglaubwürdig, habe keine klare Linie und lasse sich von einigen Wirten vor den Karren spannen. BM Fankhauser gibt sich diplomatisch: „Als Hans Gasser kann ich seine Sicht verstehen.“

Was Fankhausers Festhalten an einer zweiten Bergbahn anbelangt, verweist Bergbahn-Vorstand Michael Rothleitner unterdessen auf die unter Verkehrsausschuss­obmann Hans Jörg Moigg erarbeitete Variantenstudie.

Darin sei eine zweite Seilbahn bereits frühzeitig als schlechteste Variante ausgeschlossen worden. „Der durch eine zweite Seilbahn verursachte zusätzliche Verkehr war nach Meinung der Experten und der Ausschussmitglieder gar nicht abwickelbar“, sagt Rothleitner. Der Verkehrsausschuss habe daher einstimmig beschlossen, dem Gemeinderat zu empfehlen, am bestehenden Standort eine leistungsfähigere Bahn zu errichten. „Ebenso einstimmig beschloss der gesamte Gemeinderat dann im März 2013 nach eingehender Beratung die vorgeschlagene Lösung mit einer neuen Bahn am bestehenden Standort und die Ablehnung einer zweiten Seilbahn“, schildert Rothleiter, der die Einreichung der neuen Penkenbahn auf Basis dieser Beschlüsse und Vereinbarungen wie geplant in den kommenden Monaten sicherstellen will.


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