Archäologen kamen Brand in der Eisenzeit auf die Spur

Die Grabungsarbeiten an einer eisenzeitlichen Siedlung in Pfaffenhofen brachten für die Forscher nicht nur Funde, sondern auch Überraschungen.

Von Denise Daum

Pfaffenhofen –Für Archäologen ist Pfaffenhofen ein heißes Pflaster. Zahlreiche Schätze aus längst vergangenen Zeiten haben Forscher hier schon entdeckt. Die Liste der archäologischen Funde ist nun im Rahmen eines Projektes der Bayerischen Akademie der Wissenschaften verlängert worden. In den vergangenen sechs Wochen hat Ausgrabungsleiter Markus Wild mit einem neunköpfigen Team unterhalb von Schloss Hörtenberg gearbeitet. Dort befinden sich Überreste einer eisenzeitlichen Siedlung aus der Zeit von ca. 500 vor Christus bis Christi Geburt. „Der Platz hier ist ja nicht unbekannt, bereits vor Jahren wurden durch Zufall Mauerreste entdeckt“, erklärt Wild.

Während ihrer Arbeiten haben die Forscher zahlreiche Entdeckungen gemacht. Die größte Überraschung war wohl, dass an der Grabungsstelle zwei Gebäude gefunden wurden. „Wir haben mehr Schichten als erwartet entdeckt“, sagt Wild. „Ein Gebäude datiert aus der jüngeren Eisenzeit. Das ältere können wir zeitlich noch nicht einordnen, wir wissen aber sicher, dass es abgebrannt ist.“ Die Brandruine, so haben die Grabungen ergeben, ist eingeebnet worden, um darauf ein jüngeres Gebäude zu errichten. „Hierbei handelt es sich vermutlich um ein Wohnhaus“, glaubt der Archäologe. Entdeckt wurden zwei getrennte Räume, einer davon dürfte eine Art Arbeitsraum gewesen sein, da es Hinweise auf eine Feuerstelle gibt. Entdeckt hat das Team darüber hinaus zahlreiche Utensilien wie Schalen mit liebevoll gestalteten Verzierungen und sogar Teile eines Webstuhls.

Nachdem die Forscher vergangene Woche ihre Arbeiten abgeschlossen haben, ist die Grabungsstelle wieder zugeschüttet. „Archäologisch ist die Stelle nun zerstört“, formuliert es Wild drastisch. „Die Mauern stehen natürlich noch, aber die Funde sind alle entnommen, hier findet man nichts mehr.“ Deshalb sei die Dokumentation und Feinanalyse der Funde auch so wichtig, die nun nach der Arbeit vor Ort beginnt – Büroarbeit sozusagen.

Die Bayerische Akademie der Wissenschaften hat vom Bundesdenkmalamt bis 2016 die Genehmigung, an der eisenzeitlichen Siedlung zu forschen. Fortsetzung folgt im nächsten Jahr.

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