Gummibärchen als Welterfolg: „Mr. Haribo“ ist tot

Hans Riegel hat den Gummibärenproduzenten Haribo groß gemacht. Jetzt ist der Chef des Süßwarenherstellers im Alter von 90 Jahren gestorben.

Bonn - Der Chef des Süßwarenherstellers Haribo, Hans Riegel, ist gestorben. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in Bonn mit. Riegel wurde 90 Jahre alt, er galt als einer erfolgreichsten Familienunternehmer der Nachkriegszeit. In der Steiermark war er ein gern gesehener Gast, hier hielt er auch eine Privatstiftung und war an der „Peterquelle“ beteiligt.

Hans Riegel war der Sohn des gleichnamigen Haribo-Gründers und hatte maßgeblichen Anteil am weltweiten wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. Gemeinsam mit seinem 2009 gestorbenen Bruder Paul Riegel baute er die Familienfirma nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf. Der verstorbene Haribo-Patriarch erhielt mehrere internationale Auszeichnungen, darunter das „Große goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich“. 1994 wurde er für soziales Engagement und Verdienste um die Sportförderung mit dem deutschen Bundesverdienstkreuz erster Klasse ausgezeichnet.

Riegel hatte noch zu Lebzeiten angekündigt, seinen Anteil am Unternehmen in seine österreichische Privatstiftung einzubringen. Österreich war die Wahlheimat Riegels, wo der passionierte Jäger ein Landgut mit Jagd in Hieflau (Steiermark) hat. Bereits seit 1991 hat Riegel einen österreichischen Pass. Außerdem ist er als Privatperson Mehrheitseigentümer der steirischen „Peterquelle“.

Rekordverdächtige 67 Jahre stand Riegel an der Spitze des Süßwarenkonzerns. Noch im hohen Alter von 90 Jahren war der Seniorchef bis zum Sommer fast täglich in seinem Büro am Bonner Firmenstandort. Unter Führung des Rheinländers wurde der einst kleine Familienbetrieb zu einem weltweit tätigen Unternehmen mit Gummibärchen als unverwechselbarer Marke. „Mr. Haribo“ trat nur selten in der Öffentlichkeit auf. „Ich war nie ein Mensch, der den großen Auftritt sucht“, sagte Riegel wenige Wochen vor seinem Tod der Nachrichtenagentur dpa.

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Noch zu seinen Lebzeiten hat der kinderlose Seniorchef die Zukunft des Unternehmens geregelt. Mit an die Spitze rückten 2010 bereits zwei Neffen. Riegels halber Anteil am Unternehmen fließt nach seinem verfügten Willen in eine Privatstiftung, die für den Fortbestand von Haribo als Familienfirma wirken soll.

Der am 10. März 1923 geborene Riegel übernahm das Geschäft zusammen mit Bruder Paul 1946 von seinem Vater Johann, genannt Hans. Von diesem Namen und der Bonner Heimat (HA-RI-BO) leitete sich auch der Firmenname ab. (dpa)


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