Immer mehr Probleme mit kleinen Landesstraßen

In die Jahre gekommen und anfällig für Katastrophen sind zahlreiche Verbindungswege in Osttirol. Die Sanierung ist aufwändig und teuer.

Von Claudia Funder

Lienz –Sie sorgen verstärkt für Kopfzerbrechen – die kleinen Landesstraßen in Osttirol mit teils ausgeprägten Mängeln. Sie spielen zwar straßentechnisch eine untergeordnete Rolle, ihre Sicherheit ist aber für die Bevölkerung von immenser Bedeutung.

An vielen dieser Landesstraßen nagt kräftig der Zahn der Zeit. Zum Teil vor Jahrzehnten errichtet, reagieren sie mittlerweile empfindlich auf klimatische Veränderungen, starke Regenfälle oder Schneeschmelzen. Die Asphaltdecken der Fahrbahnen weisen Risse auf, es ereignen sich Hangrutsche und Felsstürze. Steinmauern geben nach und sind nicht mehr tragfähig. Beispiele der letzten Jahre sind etwa die Pustertaler Höhenstraße, der obere Bereich der Gwabler Straße, der Staller Sattel, die Auffahrt Huben, die Defereggen-Landesstraße in St. Jakob und der gesamte Bereich der Gailtal-Bundesstraße. In einige dieser Straßen wurde bereits viel Geld in Sanierung und Erneuerung gesteckt, andere stehen an oder sind aktuell im Bau.

Harald Haider, Leiter des Baubezirksamtes Lienz, nennt als Beispiel für diesen fatalen Trend zu zunehmender Labilität die Schlaitener Landesstraße, die immer wieder Sorgenfalten verursachte: „Die Sanierung lief seit 2010. In den letzten vier Jahren wurden in den rund einen Kilometer langen Straßenabschnitt rund 500.000 Euro investiert.“ Zu Beginn wurden nach einer Beurteilung Steinmauern saniert und mit Ankerbalken und Spritzbeton stabilisiert. 2012 kam es zu einem Felssturz, der das Abräumen der Felswand, eine massive Sicherung und eine Vernetzung in großem Ausmaß nötig machte.

„Heuer löste sich erneut ein Felsen im Bereich Rabenkofel“, betont Haider. „Ein Abtragen des Felsens, eine Abflachung der Wand, massive Verankerungen und der Einsatz von Spritzbeton waren die erforderlichen Maßnahmen. Im Zuge der Arbeiten wurde zusätzlich eine Verbreiterung der Straße vorgenommen. Haider: „Dadurch wurden auch die Sichtverhältnisse in den Kurven deutlich verbessert.“

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Ein positiver Aspekt: Gerade Katastrophenschäden führten und führen immer wieder zu sehr weitreichenden Maßnahmen wie diesen, welche die Qualität der Straßen enorm steigern.

Die Schlaitener Straße ist nur ein Beispiel dafür, wie viel Aufwand und Geld in die Sanierung alter Straßenabschnitte gesteckt wird.

Mit einer Reihe von neuen „Baustellen“ ist zu rechnen. „Es ist anzunehmen, dass uns das auch noch bei vielen anderen kleinen Landesstraßen blühen wird“, vermutet Haider. „Wir werden uns nun schwerpunktmäßig auf die Sanierung dieser kleinen, untergeordneten Verbindungen stürzen, die für die Bevölkerung von großer Bedeutung sind.“


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