Rainer Schönfelder - Dancing Star, Jung-Papa und weiterhin Skifahrer

Sölden ist für den Routinier kein Thema, aber ab Levi will der 36-Jährige die Mission Olympia in Angriff nehmen.

Wien/Sotschi – Skifahren ist nicht alles, das hat Rainer Schönfelder auch in den Zeiten seiner größten sportlichen Erfolge stets betont und vorgelebt. Als gefeierter Dancing Star und 36-jähriger Jung-Papa gilt dieser Leitsatz nun mehr denn je. Seine Begeisterung fürs Rennfahren ist aber noch lange nicht erloschen. Deshalb bleibt der Slalom bei den Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi sein erklärtes Ziel - auch wenn ein Karriereende noch vor den Spielen in Russland nicht ausgeschlossen ist.

„Ich liebe es, auf den Bergen zu sein. In der Natur, bei idealerweise schönem Wetter, am optimalen Schwung und am Material zu feilen - das ist einfach wunderschön“, berichtete Schönfelder. „Je älter ich werde, umso mehr wird mir bewusst, was das für eine schöne Lebensaufgabe ist“, betonte der Kärntner. Die Qualifikation für den Auftakt-Riesentorlauf in Sölden (27. Oktober) ist für Schönfelder kein Thema, bei der ÖSV-internen Quali für den Slalom in Levi will er dann aber voll mitmischen.

Dancing Stars noch im Kopf

„Und wenn ich auf die Piste steige, dann muss Sotschi mein Ziel sein. Sonst bräuchte ich es gar nicht versuchen“, meinte Schönfelder. Bis dato hat es der Gewinner von je zwei Olympia- und WM-Medaillen in der aktuellen Saisonvorbereitung auf 15 gute Slalom-Trainingstage gebracht. Dass im Trainingsalltag abseits der Piste seit diesem Jahr auch das Tanzen einen Fixplatz hat, versteht sich von selbst.

„Ich habe die Choreografien von Dancing Stars noch im Kopf und gehe des öfteren die körperlich anspruchsvollen Tänze durch. Es macht irrsinnig fit und großen Spaß, sich zur Musik zu bewegen. Und es weckt auch schöne Erinnerungen“, erzählte Schönfelder, der am 24. Mai 2013 gemeinsam mit Tanzpartnerin Manuela Stöckl beim ORF-Event Dancing Stars triumphierte.

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Dancing Stars hat Schönfelders Popularität noch einmal in neue Sphären schnellen lassen und für ihn auch zahlreiche Türen geöffnet. Ein attraktives Angebot - aus welcher Branche bleibt „top secret“ - könnte Schönfelders sportliche Karriere auch zu einem abrupten Ende bringen. „Es gibt da ein paar Geschichten. Wenn da eine Tür aufgehen würde, dann könnte es sein, dass ich die andere Tür schließe. Aber ob das morgen, in zwei Monaten, in einem halben Jahr oder gar nicht passiert, das kann ich nicht sagen.“

„Ehrgeiz hat nicht gelitten“

Gleichzeitig betonte Schönfelder aber, dass sein sportlicher Ehrgeiz durch die Erfolge auf dem Tanz- und Society-Parkett keineswegs gelitten hat. „Wenn dieser Ehrgeiz sinken würde, würde ich es sofort lassen.“ Dass „dieser lässige Job“ jedoch ein Ablaufdatum hat, das weiß der Slalom-Weltcup-Sieger der Saison 2003/04. „Dass ich das nicht ewig machen kann, weiß ich. So realistisch bin ich.“

Die mit Abstand meiste Zeit widmet Schönfelder mittlerweile seiner knapp einjährigen Tochter Samira Marie. „Meine Tochter ist meine Hauptaufgabe, mein Hauptjob. Ihr ordne ich alles unter, und das mache ich gerne, das tut nicht weh. Ihr beim Aufwachsen zuzusehen, es gibt nichts schöneres. Ich könnte mir nicht vorstellen, von ihr für längere Zeit getrennt zu sein.“ (APA)


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