Trotz Mini-Zinsen: Tiroler sparen 189 Euro im Monat

Nur die Oberösterreicher und Vorarlberger legen noch mehr auf die hohe Kante als die Tiroler. Die Sparquote liegt aber auf einem Tiefstwert.

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Innsbruck, Wien –Von den extrem niedrigen Zinsen lassen sich viele Sparer nicht abschrecken. Die Österreicher haben ihren monatlichen Sparbetrag heuer gegenüber dem Vorjahr sogar von durchschnittlich 170 auf 181 Euro erhöht, geht aus einer IMAS-Studie im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen im Vorfeld des Weltspartages hervor.

In Tirol blieb der durchschnittliche Sparbetrag pro Kopf mit monatlich 189 Euro (nach 190 Euro) zwar fast gleich, vor den Tirolern liegen aber heuer nur die Oberösterreicher mit 206 Euro und die Vorarlberger mit 200 Euro. Schlusslichter sind Wien mit 162 Euro und die Steiermark mit 160 Euro. Nur 2 Prozent der Befragten sparen demnach nichts, 16 Prozent bis 50 Euro, 22 Prozent 51 bis 100 Euro, 30 Prozent 101 bis 200 Euro und 29 Prozent noch mehr.

Immerhin 73 Prozent der befragten Tiroler ist Sparen sehr oder ziemlich wichtig, vor sieben Jahren waren es mit 76 Prozent ähnlich viele, sagt der Vorstandschef der Tiroler Sparkasse, Hans Unterdorfer. Nur noch etwa 52 Prozent sind aber mit ihrer Sparleistung zufrieden, vor drei Jahren waren es noch 57 Prozent. Die Sparquote (der Anteil am Einkommen), die in Spitzenjahren schon bei 12 Prozent gelegen war, sinkt unterdessen weiter: Heuer fiel sie auf nur noch 5,2 Prozent. Die Einkommen wachsen stärker als die Sparleistung.

80 Prozent der Tiroler legen laut Unterdorfer Geld auf Sparbücher, 61 Prozent setzen (auch) auf Bausparverträge, 44 Prozent auf Lebens- oder Kapitalversicherungen, 22 Prozent auf Aktien oder Fonds und 31 Prozent auf die staatlich geförderte Pensionsvorsorge. Am allerwichtigsten ist den Sparern mit 72 Prozent die Sicherheit des Geldes, gefolgt von der schnellen Verfügbarkeit (59 Prozent) und erst dann der derzeit fast überall mageren Verzinsung.

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Ihre Zinsen am Sparbuch kennen 56 Prozent genau, 13 Prozent nur teilweise und 31 Prozent überhaupt nicht. Als Hauptmotive fürs Sparen nennen die Tiroler vor allem einen Notgroschen für die finanzielle Absicherung, die Altersvorsorge, aber auch größere Anschaffungen, Urlaube und privaten Konsum. Mehr als die Hälfte nutzt derzeit bereits Online-Banking und jeder Zehnte hat Bank-Apps am Smartphone.

Um den Minizinsen ein Schnippchen zu schlagen, bieten die Sparkassen ein neues Produkt „You Invest“ mit hoher Sicherheit, aber auch Ertragschancen an. Kinder bis zehn Jahre können mit 3 Prozent verzinste Sparefroh-Sparbücher (bis zu 500 Euro) abschließen. (va)


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