Inflation sinkt, Wohnen und Essen teurer

Von 1,8 auf 1,7 Prozent gesunken ist die Inflationsrate. Österreich liegt über dem EU-Schnitt.

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Wien –Die September-Teuerungsrate von 1,7 Prozent ist der niedrigste Wert seit August 2010. Preisdrücker waren Treibstoffe, betont die Statistik Austria. Ohne den im Vergleich zum Vorjahr günstiger gewordenen Sprit wäre die Teuerungsrate bei 2 Prozent gelegen. Besonders deftig war der Preisanstieg bei Heizöl (5,5 Prozent), aber auch die Mieten legten mit 3 Prozent deutlich zu. Die Betriebskosten für Mietwohnungen sind im August im Jahresvergleich um 3,9 Prozent gestiegen, die Strompreise um 2,7 Prozent.

Das Preisniveau beim Mikrowarenkorb, der überwiegend Nahrungsmittel enthält, stieg im Jahresvergleich um 4 Prozent. Ein deutliches Plus gab es auch bei den Ausgaben für Erziehung und Unterricht (4,1 Prozent). Teuer kamen manche Laster: Alkohol und Tabak sogen um 3,9 Prozent mehr Geld aus dem Börsel.

Fernsehapparate wurden indes im Jahresvergleich um 9,1 Prozent billiger. Kleider und Schuhe wurden aufgrund des Endes des Abverkaufs um 17,6 Prozent teurer als noch im August. Für Pensionistenhaushalte errechnete die Statistik Austria eine Teuerungsrate von 2 Prozent. AK und Pensionistenverband rufen nach Maßnahmen des Gesetzgebers gegen Kartelle und Österreich-Zuschläge. Laut AK-Präsident Rudi Kaske müssen Mietobergrenzen, eine Zweckbindung der Wohnbauförderung und die Übertragung der Maklerkosten an den Vermieter kommen.

Die Statistik Austria plant ab Frühjahr 2014 einen individuellen Preisrechner, um den Tücken der Durchschnittsberechnung entgegenzutreten. Zudem soll mit so genannten „Scanner-Daten“ der Supermarktketten die Messgenauigkeit steigen. Anstatt die Preise für Lebensmittel aus den Verkaufsregalen abzuschreiben, sollen die Ketten die Daten zu Preisen und Mengen digital an die Statistikbehörde liefern.

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Die Inflation in der Eurozone ist im September von 1,3 auf 1,1 Prozent gesunken, in der gesamten EU von 1,5 auf 1,3 Prozent, teilte das EU-Statistikamt Eurostat mit. Nach dessen Berechnungsmethode lag Österreichs Inflation mit 1,8 Prozent überdurchschnittlich hoch. (TT, APA)


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