Gahr ortet in Kematen Handlungsbedarf

Kematen, Innsbruck – Die Vorfälle an der Landwirtschaftsschule in Kematen sorgen für Diskussionen. Eine ehemalige Mathematiklehrerin erhebt ...

Kematen, Innsbruck –Die Vorfälle an der Landwirtschaftsschule in Kematen sorgen für Diskussionen. Eine ehemalige Mathematiklehrerin erhebt schwere Vorwürfe. Sie wirft Direktor Siegfried Hanser vor, bei einer Wiederholungsprüfung massiven Druck auf sie ausgeübt zu haben, damit sie eine Schülerin durchfallen lässt – um eine kostspielige Klassenteilung zu verhindern. Im Vorjahr erstattete die Pädagogin Selbstanzeige, das Landwirtschaftsministerium sah jedoch keinen Handlungsbedarf. Vielmehr wurde der Dienstvertrag der Lehrerin nicht mehr verlängert, sie hat deshalb Klage beim Arbeitsgericht eingereicht.

Direktor Hanser weist die Anschuldigungen als haltlos zurück. Möglicherweise bringt der jetzt gerichtsanhängige Konflikt aber das Fass zum Überlaufen. Schon seit Jahren ist das Klima an der Schule angespannt, im Kreuzfeuer der Kritik steht der Direktor. VP-NR Hermann Gahr versuchte in der Vergangenheit stets zu vermitteln, „weil es mir um die Schüler und den Schulstandort geht“. Doch jetzt ortet auch er Handlungsbedarf und fordert volle Aufklärung über den Fall der Lehrerin.

Warum die Lehrerin im Herbst keine Mathematikstunden mehr erhalten hat, wirft ebenfalls Fragen auf. Hier dürfte in den nächsten Tagen auch der Landesschulrat für Tirol Erklärungsbedarf haben. Der alleinerziehenden Mutter aus Innsbruck wurden nur einige Sportstunden in Imst und Landeck angeboten, die sie nicht annehmen konnte. Und das, obwohl offenbar ein Mangel an Mathematiklehrern herrscht. Denn statt der betroffenen Pädagogin wurde in Kematen eine Uni-Absolventin angestellt, die aber noch kein Unterrichtspraktikum aufweist. Hanser rechtfertigt diese Vorgangsweise damit, dass er trotz gesetzlicher Vorgaben „einen Ermessensspielraum in Personalfragen hat“. (pn)

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