Felipe: „Die Basis ist die Chefin bei den Grünen“

Die Tiroler Grünen-Chefin zieht sich als Landessprecherin zurück. Die Doppelbelastung wurde der LH-Stellvertreterin zu viel.

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Innsbruck – Geplant hat sie es seit Wochen, gestern gab die grüne LHStv. Ingrid Felipe ihren Rückzug als Landessprecherin bekannt. „Das ist nichts Spektakuläres, aber die Rollenverteilung ist bei uns klar.“ Damit spricht Felipe die Funktionstrennung an. „Die Partei darf nie ihr Profil verlieren, wenn sie mitregiert. Unsere Mitglieder müssen stets wissen, wofür wir stehen“, erklärt Felipe im TT-Gespräch. Die Parteisprecherin erfülle eine zentrale Aufgabe: „Sie vertritt die Linie nach innen.“

Vor vier Jahren wurde Felipe zur Landessprecherin gewählt. Dass wegen der künftigen Funktionstrennung Reibungsflächen zwischen Partei und politischen Mandataren entstehen könnten, glaubt sie nicht. „Die Landessprecherin der Grünen ist nicht die Chefin, das war ich auch nicht. Die grüne Basis und die Landesversammlung geben die Richtung vor.“ Landespolitisch sei natürlich sie die erste Ansprechpartnerin.

Sechs Monate nach Bildung der schwarz-grünen Landesregierung wird die Landesversammlung im November auch so etwas wie ein Bilanz-Parteitag nach dem ersten halben Jahr in der Regierung sein. Für EU-Parlamentarierin Eva Lichtenberger soll die Landesversammlung außerdem so etwas wie ein Abschied sein. Nachfolgewünsche hat Felipe keine. „Ich werde sicher keine Personaldebatte anzünden.“ Die Grünen haben ein basisdemokratisches Auswahlverfahren, jedes Mitglied kann sich der Wahl stellen. „Ich bin überzeugt, dass jemand gewählt wird, der diese Funktion gut ausfüllen wird.“

Die Herausforderung für das künftige grüne Sprachrohr ist klar: Die Grünen regieren sowohl im Land als auch in der Landeshauptstadt mit. Mit Georg Willi, Aygül Berivan Aslan und Sigrid Maurer gibt es drei Nationalräte. Die Koordinierungsaufgaben im grünen Büro werden damit größer und wohl auch herausfordernder. (pn)

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