Gipfeltreffen vor der Autobahnblockade

Vertreter der Asfinag, des Landes Tirol und der Stadt Kufstein diskutieren beim TT-Forum über die Vignettenkontrollen.

Von Wolfgang Otter

Kufstein –Die Meinungen könnten nicht weiter auseinandergehen: Die einen sehen Kufstein, Niederndorf, Ebbs und das bayerische Kiefersfelden bereits unter die Räder des Ausweichverkehrs kommen, die anderen verweisen auf Maßnahmen gegen die Vignettenflüchtlinge.

Eines ist sicher: Sollte es nicht in letzter Sekunde noch eine spektakuläre Wendung geben, dann wird zeitgleich mit der großen Demonstration der Kufsteiner am 1. Dezember auf der Autobahn die Kontrolle der Vignetten auf dem Abschnitt zwischen Kufstein Süd und der Grenze beginnen.

Wie dick kommt es aber dann wirklich für die Kufsteiner? Eine Frage, über die Klaus Schierhackl, Vorstand der Asfinag, LH-Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne), Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel und der Verkehrsplaner Klaus Schlosser am Mittwoch, 23. Oktober, ab 19.30 Uhr in der Aula der Fachhochschule Kufstein unter der Leitung von TT-Chefredakteur Mario Zenhäusern diskutieren. Dabei können die Betroffenen, also die Kufsteiner und Bewohner der angrenzenden Orte, ebenfalls ihre Meinung sagen.

Brennendste Fragen sind sicherlich, ob es für Kufstein noch einmal eine Ausnahme gibt und ob die von der Asfinag vorgeschlagenen Gegenmaßnahmen helfen können, wenn am 1. Dezember die Kontrollen aufgenommen werden. An und für sich hat die Vignettenpflicht seit Einführung der Maut bestanden. Durch Abkommen in der Politik wurde aber bisher das angesprochene Autobahnstück von den Asfinag-Kontrolleuren gemieden.

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Bis zu 7000 Autos mehr könnten es nun in Spitzenzeiten in der Festungsstadt werden, wenn das scharfe Asfinag-Auge die einreisenden Fahrzeuge auch bis Kufstein Süd unter die Lupe nimmt. Besonders Skitagesgäste, die die Eiberg-Route ansteuern, könnten das Problem werden. Der Ausweichverkehr würde aber auch durch das bayerische Kiefersfelden, durch Niederndorf und Ebbs fließen. Dem will die Asfinag mit einer Kufstein-Verkehrsvorinformation, Optimierung der Vignetten-Vertriebsstellen und ein temporäres Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen an der Anschlussstelle Kufstein Süd entgegenwirken. Aber auch das Land und die Stadt müssten laut einer Studie reagieren: mit einer Pförtnerampel und dem Umbau der Kreisverkehre. Die Stadt hat alle Vorschläge abgelehnt und ihrerseits das Land gebeten, eine Klage gegen das Mautgesetz einzubringen.

Für Diskussionsstoff ist also kommenden Mittwoch beim TT-Forum in der Fachhochschule Kufstein ausreichend gesorgt.


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