Rafsanjani attackiert Hardliner im Iran: „Extremismus ist Grundübel“

Der mächtige Chef des iranischen Schlichtungsrates sprach eine deutliche Warnung in Richtung der ultrakonservativen Kräfte aus.

© EPA

Teheran/Genf - Einen Tag nachdem es bei den Atomgesprächen zwischen dem Iran und dem Westen offenbar eine deutliche Annäherung gab, geht der mächtige Chef des iranischen Schlichtungsrates, Ayatollah Ali Akbar Hashemi-Rafsanjani, in die Offensive und kritisiert die Hardliner und Extremisten im Iran scharf. „Wenn extremistische Gruppen ständig mit Steinen werfen und die Regierung davon abhalten, gute Beziehungen mit dem Westen aufzubauen, dann werden die wirtschaftlichen Probleme des Iran nicht gelöst werden“, meinte der mächtige Ex-Präsident, der auch der politische Ziehvater des neuen Präsidenten Hassan Rohani ist, laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

Wenn extremistische Gruppen ständig mit Steinen werfen und die Regierung davon abhalten, gute Beziehungen mit dem Westen aufzubauen, dann werden die wirtschaftlichen Probleme des Iran nicht gelöst werden.
Schlichtungsrat-Chef Ali Rafsanjani

„Je mehr wir unsere Beziehungen zum Ausland weiterentwickeln, desto eher werden wir die wirtschaftlichen Probleme unseres Landes bewältigen können“, ergänzte er. Zudem erinnerte Rafsanjani daran, dass ein Gang zu extremen Haltungen jederzeit neue Probleme schaffen könne, wie man am Beispiel der derzeitigen Situation in Afghanistan, Irak und Ägypten deutlich sehen könne. In diesen Ländern seien genau diese Extremisten für das Leid verantwortlich.

Rafsanjani zitierte Irans Obersten Geistlichen Führer, Ayatollah Ali Khamenei, der meinte, dass der Extremismus das Grundübel des Islamischen Welt sei. Zur Nuklearfrage meinte Rafsanjani, dass eine Löung möglich sei und der Iran in einer Art und Weise agieren sollte, dass die Nuklearenergie friedlich genutzt werden könne.

Zuversicht über Einigung im Atomstreit

Die iranische Führung und die sogenannte 5+1-Gruppe aus Frankreich, Großbritannien, den USA, Russland und China plus Deutschland hatten sich nach zweitägigen Verhandlungen über Irans Atomprogramm in Genf in dieser Woche zuversichtlich hinsichtlich einer Einigung geäußert. Ferner will Teheran längerfristig unangemeldete Kontrollen in seinen Atomanlagen zulassen. Für Anfang November wurden weitere Gespräche vereinbart.

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Abschließend sprach Rafsanjani eine deutliche Warnung in Richtung Revolutionsgarden und Ultrakonservative aus. Er meinte, dass Sticheleien derjenigen Kräfte im Land, die ständig versuchen würden, für die Führung Hindernisse auf dem Weg zu einem moderaten und kooperativen Iran zu kreieren, ins Nichts führen würden. Diese Gruppen würden am Ende des Tages erfolglos bleiben, zeigte sich Rafsanjani sicher. (APA)


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