Inn wird Schauplatz neuer Wasserprojekte

Mit dem Gewässerschutzplan „Unser Inn“ wollen Umweltorganisationen künftig Ökologie und Wasserkraft einen gleichrangigen Stellenwert einräumen.

Um Wassernutzung und Fluss-Schutz voranzutreiben, hat der WWF gemeinsam mit weiteren Umweltorganisationen vor Kurzem das erste umfassende Schutz- und Nutzungskonzept für den Tiroler Landesfluss beim Umweltministerium zur Prüfung eingereicht.

Laut WWF orientiere sich das Schutzprogramm „Unser Inn“ an drei wichtigen Eckpfeilern der Wasserwirtschaft. „Unser Plan soll sowohl für den Gewässerschutz, als auch für den ökologischen Hochwasserschutz und eine ökologisch verträgliche Gewässerentwicklung impulsgebend sein“, erklärt Thomas Diem vom WWF. So wurde im Rahmen der Konzipierung für jeden Gewässerabschnitt des Inns eine Art „Zweckwidmung“ erstellt, bei der wertvolle Flussstrecken von jenen unterschieden werden, an denen noch ökologisch vertretbare Nutzungen wie etwa Wasserkraftwerke möglich wären. Kraftwerksbauten seien demnach an rund 600 der 3800 untersuchten Kilometer möglich. Der Schutzplan siehe es außerdem vor, 35 Prozent des Inns komplett vor wasserbaulichen Eingriffen zu bewahren, da es sich „hierbei um besonders schützenswerte Strecken handelt, die von Artenreichtum geprägt sind.“

Auch die Hochwassersicherheit spiele eine bedeutende Rolle, betont Diem und erinnert im selben Atemzug an die Katastrophenhochwasser der letzten Jahre. Entlang 384 Kilometern soll der Inn samt seinen Nebenflüssen ausgeweitet werden und somit mehr natürlicher Hochwasserrückhalt geschaffen werden, um die Sicherheit bei Hochwassergefahr zu gewährleisten.

Nachdem das Gesamtkonzept bereits eingereicht wurde, wartet der WWF nun auf positive Prüfung, um dann mit Landesregierung, Gemeinden und Interessensvertreter weitere Schritte bis hin zur Umsetzung einzuleiten. (tasto)

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