Kiribatier will Anerkennung als Klimawandelsflüchtling

Teile des Inselstaats Kiribati ist durch den steigenden Meeresspiegel bedroht.

Wellington – Erstmals fordert ein Mann in Neuseeland die Anerkennung als Klimawandelsflüchtling. Der Einwohner des pazifischen Inselstaats Kiribati macht geltend, dass seine Heimatinsel durch den steigenden Meeresspiegel bedroht sei, wie sein Anwalt Michael Kitt am Donnerstag dem Sender Radio New Zealand sagte. Der 37-jährige Ioane Teitiota habe deswegen eine Entscheidung der neuseeländischen Behörden angefochten, sein Aufenthaltsrecht nicht zu verlängern.

Nach Kitts Angaben ist das Visum des Kiribatiers bereits abgelaufen. Er wehre sich aber wegen der klimatischen Bedingungen, die ihn in seiner Heimat erwarteten, gegen eine Abschiebung. Einige Regionen seien bereits unbewohnbar, sagte Kitt. Ernten würden zerstört und das Trinkwasser verseucht. Da aber etwa sauberes Trinkwasser ein Menschenrecht sei, habe Teitiota Anspruch auf den Flüchtlingsstatus. Laut dem Anwalt wäre er der erste Klimawandelsflüchtling weltweit.

Kiribati besteht aus rund 30 Korallenatollen nahe dem Äquator, die zum Teil nur wenige Meter aus dem Wasser ragen. Die Regierung des Inselstaats denkt wegen der Gefahren durch den Klimawandel bereits darüber nach, wie die Bevölkerung im Ernstfall umgesiedelt werden könnte. Sie erwägt dabei auch die Aufschüttung künstlicher Inseln. (APA/AFP)

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