Metaller-Lohnrunde: Betriebsräte trommeln zum Protest

Am Montag soll vor den Betrieben der Chefverhandler der Arbeitgeber protestiert werden. Die Industrie spricht von „Einschüchterung“ und „Geiselhaft“.

(Symbolfoto)
© Bilderbox/Wodicka

Wien - Nachdem die dritte Verhandlungsrunde für einen Kollektivvertrag in der Maschinen- und Metallwarenindustrie von den Gewerkschaften nach einem 2-Prozent-Angebot der Industrie unterbrochen wurde, laufen die Protestaktionen der Arbeitnehmer weiter. Kommenden Montag wird vor den Betrieben der Chefverhandler der Arbeitgeber demonstriert.

Die Arbeitgeber haben heute noch einmal ihr Unverständnis für die Verhandlungsunterbrechung deponiert. Sie bewerteten die Protestkundgebungen vor ihren Firmen als „Einschüchterung“ und „Geiselhaft“.

Streit um Mindestlohn

Neben dem 2-Prozent-Angebot erzürnt die Gewerkschaften insbesondere, dass die Industrie die KV-Mindestlöhne nicht anheben will. Sie sprechen von einer „einmaligen Provokation in der Geschichte der österreichischen Sozialpartnerschaft“. Die Industrie wiederum meint, dass es hier um KV-Löhne geht, die ohnehin kaum zur Anwendung kommen würden. Stimmt nicht, sagen die Gewerkschaften, denn viele neu eintretende Mitarbeiter würden sehr wohl nach KV-Mindestlohn bezahlt.

In den vergangenen Tagen gab es für beide Seiten Meldungen in ihrem Sinne. Die Industrie freute sich über eine niedrige Inflationsrate von 1,7 Prozent - womit ihr Angebot von 2 Prozent Lohnerhöhung über der Inflationsrate liegen würde. Die Gewerkschaften wiederum dürfen sich über eine anziehende Auftragslage in der deutschen Maschinenindustrie freuen, weil Deutschland der wichtigste Markt für die Branche ist. Laut dem deutschen Herbstgutachten dürften Unternehmen ihre Ausgaben in Maschinen und Anlagen im nächsten Jahr um sieben Prozent erhöhen.

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Nächster Verhandlungstermin am Dienstag

Nächster Verhandlungstermin ist der 22. Oktober. Es ist dies die vierte Runde, im Vorjahr waren ebenfalls vier Verhandlungsrunden und am Schluss ein 17-stündiger Verhandlungsmarathon für eine Einigung notwendig.

Gestern, Mittwoch, sind die Gespräche für die Nichteisen-Metallindustrie gestartet, sie liefen weit harmonischer als die Verhandlungen mit der Maschinen- und Metallwarenindustrie. Während letztere noch immer über eine gemeinsame Inflationsrate als Verhandlungsbasis streiten, haben sich erstere auf eine Inflationsrate von 2,3 Prozent geeinigt. Übrigens die gleiche Inflationsrate, von der auch Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Handel ausgehen.

Heute begann der Fachverband Bergbau/Stahl mit den KV-Gesprächen, morgen ist der Fachverband Gas- und Wärmeunternehmen in der ersten Runde dran. (APA)


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