Litauen, Saudi-Arabien und der Tschad in UN-Sicherheitsrat gewählt

15 Mitglieder hat der UN-Sicherheitsrat, von denen zehn nach jeweils zwei Jahren wieder gehen müssen. Gewählt werden sie von der UN-Vollversammlung - doch Überraschungen werden zumeist verhindert.

Die UN-Vollversammlung wählte am Donnerstag fünf Staaten für zwei Jahre als nichtständige Mitglieder.
© EPA/JASON SZENES

New York – Die fünf neuen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates stehen fest. Litauen, Saudi-Arabien und der Tschad werden vom nächsten Jahr an zum ersten Mal im mächtigsten UN-Gremium der Vereinten Nationen sitzen. Hinzu kommen Chile und Nigeria, die beide aber schon viermal dabei waren. Die UN-Vollversammlung wählte die fünf Staaten am Donnerstag für zwei Jahre als nichtständige Mitglieder.

Spannend war die Wahl nicht, weil es für die fünf Plätze nur fünf Kandidaten gab. Die Staatengruppen - die Sitze werden nach einem regionalen Proporz vergeben - hatten sich zuvor geeinigt. Allerdings gab es Kritik an einigen Staaten. So kritisierten Menschenrechtler den Tschad und Nigeria, weil in diesen Ländern Kinder an die Waffe gezwungen würden. Und Saudi-Arabien könne kaum für Menschenrechte eintreten, solange es einem Großteil seiner Einwohner, vor allem den Frauen, grundlegende Rechte verweigert.

Das beste Wahlergebnis hatte Litauen mit 187 Stimmen, Chile und Nigeria bekamen 186 und der Tschad 184. Das schlechteste Ergebnis der fünf Kandidaten hatte Saudi-Arabien, das Königreich lag mit 176 Stimmen aber immer noch deutlich über der nötigen Zwei-Drittel-Mehrheit in der Vollversammlung der 193 Staaten. Wie im jedem Jahr bekamen auch wieder einige Staaten Einzelstimmen, obwohl sie gar nicht kandidiert hatten. Jedes Jahr werden fünf der zehn nichtständigen Mitglieder ausgewechselt, die fünf ständigen Mitglieder des Rats, die USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien, gehören dem Gremium dauerhaft an.

Die Länder bewerben sich oft schon zehn Jahre im Voraus. Auch Deutschland will zum Ende dieses Jahrzehnts wieder kandidieren. Die Abstimmungen in der Vollversammlung können sich lange hinziehen. Vor sieben Jahren dauerte die Suche zwei Wochen und gut 40 Wahlgänge. 1979 waren es zwischen Kuba und Kolumbien sogar 155 Wahlgänge in zehn Wochen. Dann einigten sich beide - auf Mexiko. (dpa)

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