Mit der Feder auf der Jagd

Die Büchse blieb daheim, als sich Ernst Rudigier auf die Jagd nach Geschichten für sein Buch „Auf der Fährte des Bergwildes“ begab.

Von Matthias Reichle

Kappl –In den Geschichten geht es um den Jagddruck, den Kampf zwischen Jägern und Wilderern, den Fanatismus beim Trophäensammeln und nicht zuletzt ums Leben des Bergwilds selbst. Ernst Rudigier garniert all das mit seinen Naturbeobachtungen, denen er in seinem dritten Buch, das unter dem Titel „Auf der Fährte des Bergwildes“ erschienen ist, wieder besonders viel Platz einräumt. „Ich erzähle darin von außergewöhnlichen Jagderlebnissen“, betont der begeisterte Kappler Jäger, Landesjägermeister-Stellvertreter und Steinwildreferent, der gleichzeitig auch ein begeisterter Schreiber ist. Es gehe ihm im Buch aber auch darum, manche „verkrustete Struktur“ in der Jägerschaft aufzubrechen. „Ich fordere mehr Ehrlichkeit.“

Eine von Rudigiers liebsten Geschichten heißt „Jägerversammlung“. „Darin beschreibe ich auf humorvolle Art den Trophäenkult“, betont der Jäger. „Die Geschichte ‚Die Täuschung‘ ist eine psychologische Abhandlung über einen Jäger, der sich nach außen nicht so gibt, wie er innen ist.“

Aber auch jagdpolitisch heiß Umkämpftes nimmt Rudigier auf die Kimme, wenn er in der Geschichte „Schuss mit fatalen Folgen“ einen Jäger beschreibt, der unter dem großen Druck, den Abschussplan zu erfüllen, einen Fehler begeht. Eine Hirschkuh wird abgeschossen, verendet langsam und auch ihr Kalb geht danach ein.

Seinem Hobby, dem ­Schrei­ben, frönt Rudigier vor allem nachts. „Es ist eine einsame Arbeit, aber auch eine Beschäftigung, bei der ich das Zeitgefühl verliere“, betont er. Alle drei Jahre kommt inzwischen ein Buch von ihm heraus.

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Das nächste Mal liest der Autor am 22. November aus seinem Buch, um 19.30 Uhr in der Tyrolia Landeck.


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