Bilanz nach Wintereinbruch in Tirol: Schäden in Millionenhöhe

Der starke Wintereinbruch in Tirol vergangene Woche hat nicht nur zu massiven Behinderungen im Straßenverkehr geführt, sondern auch enorme Schäden verursacht. Die bisherige Schadenshöhe soll 2,6 Millionen Euro übersteigen.

Innsbruck - Der ungewöhnlich starke Wintereinbruch in der vergangenen Woche hat an den Tiroler Wäldern einen Schaden in der Höhe von rund 600.000 Euro verursacht. Insgesamt weise das Bundesland 20.000 Kubikmeter Schadholz auf 10.000 Hektar geschädigter Waldfläche auf, teilte LHStv. Agrarlandesrat Josef Geisler (ÖVP) am Freitag in einer Aussendung mit.

500 Waldflächen wurden durch die Niederschläge in Mitleidenschaft gezogen. Besonders betroffen waren laut Geisler die Bezirke Innsbruck-Land, Imst und Landeck. Das angefallene Schadholz könne teilweise verwertet werden und decke wahrscheinlich die Aufarbeitungskosten ab, meinte der LHStv. „Gravierende Folgeschäden“ seien nicht zu erwarten.

15 Hektar Obstflächen komplett zerstört

Außerdem seien über 20 Hektar Obstflächen nach bisherigen Erhebungen massiv betroffen, 15 Hektar davon „total zerstört“, erklärte der Obmann des Vereins „Tirol Obst“ in der Landwirtschaftskammer, LAbg. Hermann Kuenz (ÖVP) vergangene Woche. Kuenz rechnete mit einem Schaden in der Höhe von „weit mehr als einer Mio. Euro“.

Gravierende Folgeschäden sind nicht zu erwarten.
Agrarlandesrat Josef Geisler

Insgesamt seien 30 Prozent der gesamten Obstfläche in Tirol vom plötzlichen Wintereinbruch in Mitleidenschaft gezogen worden. In erster Linie handle es sich um Apfelplantagen im Raum Innsbruck, sagte Kuenz. 25 Betriebe würden zu den Hauptbetroffenen zählen. Zahlreiche Hagelnetze, die die Äpfel schützen sollen, seien unter der Last des Schnees eingeknickt. „Teilweise wurden auch die Bewässerungs-Konstruktionen total zerstört. Die Äpfel liegen am Boden. Das muss alles gerodet werden“, berichtete der Obmann von „Tirol Obst“.

Er habe bereits mit Josef Geisler Kontakt aufgenommen, meinte Kuen und brachte die Möglichkeit von Zuwendungen aus dem Katastrophenfonds an die hauptbetroffenen Betriebe ins Spiel.

Beträchtlicher Schaden in Innsbruck

Auch in der Landeshauptstadt hat der Wintereinbruch beträchtlichen Schaden verursacht. Amtsleiter Thomas Klinger (Grünanlagen) schätzt die entstandene Schadenshöhe auf einen sechsstellingen Eurobetrag und erklärt: „Die Ursache für die großen Schäden ist das Gewicht des Schnees, welcher auf Grund des noch vorhandenen Laubes auf den Bäumen blieb.“

Im gesamten Innsbrucker Stadtgebiet sind sowohl Jungbäume als auch der Altbestand von den Auswirkungen des starken Schneefalls betroffen. Speziell bei Jungbäumen hat dies große Probleme zur Folge, da aufgrund der abgebrochenen Mittelleittriebe die Kronenentwicklung maßgeblich beeinträchtigt wird.

„Der Neuschnee hat uns mit aller Härte getroffen, zahlreiche Sachschäden aber auch Schäden an Bäumen sind entstanden“, so die Innsbrucker Bürgermeisterin, Christine Oppitz-Plörer (die Tiroler Tageszeitung berichtete: http://bit.ly/16k6lqQ). (tt.com/APA)


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