Die Rückkehr des Schwazer Patienten

Mit Andreas Lassner tritt Sparkasse Schwaz Handball Tirol heute (19 Uhr) in Linz an. Die Personalsituation bleibt trotzdem angespannt.

Von Tobias Waidhofer

Schwaz –„Ich bin wieder hier, in meinem Revier ...“ Der Hit von Deutsch-Rocker Mariu­s Müller-Westernhagen aus dem Jahre 1998 könnte in diesen Tagen gut und gerne als Soundtrack für das Sportler­leben von Andreas Lassner durchgehen.

Nach langer Leidenszeit und zwei Operationen im Sanatorium Kettenbrücke bei Jürgen Oberladstätter innerhalb von einem Jahr (Schulter und Finger) kehrte der 28-Jährige vergangenes Wochenende beim Schwazer Auswärtsspiel in Bärnbach in die Handball Liga Austria (HLA) zurück. Zumindest für einige Minuten. Beim heutigen Gastspiel (19 Uhr) in Linz hofft der Physiotherapeut auf mehr Einsatzzeit.

Die Chancen stehen gut. Immerhin wird die Personaldecke bei den Silberstieren immer dünner. Unter der Woche verletzte sich Mindaugas Andriuska (Knöchel). Auch Spyros Balomenos wird für das Match in der Stahlstadt nicht rechtzeitig fit. „Wir waren eigentlich guten Mutes, dass es sich für Spyros ausgeht“, seufzt Trainer Erwin Gierlinger, der aber viele Hoffnunge­n in das Lassner-Comeback setzt. Und außerdem weiter auf Dominik Bammer – dessen Vertrag gestern bis Saisonende verlängert wurde – bauen kann. „Wir werden einen guten Lass­i brauchen.“ Natürlich sei der Deckungsspezialist nach der langen Pause noch nicht bei hundert Prozent. „Aber das ist ganz normal“, stellt Gierlinger klar. „Dass er es kann, weiß jeder.“

Auch der österreichische Handball-Teamchef Patrekur Johannesson. Lange gehörte Lassner zum festen Kader des rot-weiß-roten Nationalteams. Bis ihm die Verletzungen einen Strich durch die Rechnung machten. Im am Donnerstag bekanntgegebenen Kader für Test-Länderspiele am 1. und 2. November in Traun gegen Island fehlt der Tiroler.

„Ich hatte keinen Kontakt mehr zum Teamchef“, erzählt Lassner. Vor allem die anstehende Europameisterschaft (ab 12. Jänner in Dänemark) geistert öfter durch seine Gedanken. „Das wäre ein Highlight gewesen. Die Enttäuschung ist groß.“

Ganz hat er seinen Traum aber noch nicht zu den Akten gelegt. „Wer weiß, was bis Jänner noch passiert. Vielleicht muss einmal ein anderer operiert werden, nicht immer nur ich“, hat Lassner seinen Humor nicht verloren. Möglicherweise heißt es ja auch bald im Team: „Ich bin wieder hier, in meinem Revier ...“


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