„Fliegender Zorro“: Grünspecht ist Vogel des Jahres 2014

Genug gemeckert: Auf den „Meckervogel“ folgt der als “Lachvogel“ oder „fliegender Zorro“ bekannte Grünspecht als Vogel des Jahres. Der Titel geht damit an eine Vogelart, die nicht vom Aussterben bedroht ist.

Wien – Schwarze Maske um die Augen, rötliche Kappe und ein Gesang, der wie Lachen klingt: der Grünspecht (Picus viridis), auch „fliegender Zorro“ oder „Lachvogel“ genannt, ist der Vogel des Jahres 2014. Damit wurde diesmal von BirdLife Österreich und den Partnerorganisationen Naturschutzbund Deutschland und Landesbund für Vogelschutz Bayern ein Vogel auf das Podest gestellt, der im Gegensatz zu seinem Vorgänger im Jahr 2013, der wegen ihres Gesangs auch „Meckervogel“ genannten Bekassine, nicht vom Aussterben bedroht ist.

Der Grünspecht ist mit 30 bis 35 Zentimetern Länge und einer Flügelspannweite von bis zu 50 Zentimetern eindrucksvoll. Wegen seiner Scheu bekommt man den Vogel, der sich gerne am Boden aufhält und in der Balzzeit „Kjückkjückkjückkjück“-Gesänge anstimmt, aber nur selten zu Gesicht. Zuletzt war 1997 eine Spechtart, nämlich der als „Waldtrommler“ bekannte Buntspecht, Vogel des Jahres.

Stabiler Bestand in Österreich und ganz Europa

Der Bestand des Grünspechts ist in Europa stabil, in Österreich, wo es derzeit 10.000 Brutpaare gibt, ebenso. In Deutschland haben seine Bestände auf derzeit 42.000 Brutpaare sogar zugenommen, heißt es in einer Aussendung von BirdLife Austria. Grund für den stabilen Bestand des „Lachvogels“ ist, dass er wie der Buntspecht auf den Schwund seines natürlichen Lebensraums mit dem Vordringen in Siedlungen und selbst Städte reagiert, wo er Parkanlagen und größere Gärten zunehmend für sich entdeckt.

Allerdings kann sich der Trend auch rasch umkehren, warnt Gerald Pfiffinger von BirdLife Österreich: Allzu oft gingen magere Wiesen, in denen der Grünspecht seine Lieblingsspeise Ameisen findet, und alte Bäume zum Höhlenbau verloren. Um ihn zu schützen, sollte man deshalb auf Pestizide in Hausgärten und Parkanlagen verzichten. (APA/dpa)

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