Frächter setzen ihre Hoffnung auf Felipe

Kaltenbach – Grün ist die Hoffnung. Beides vereint LHStv. Ingrid Felipe – zumindest für die Tiroler Frächter. Bei der Tagung der Fachgruppe ...

Kaltenbach –Grün ist die Hoffnung. Beides vereint LHStv. Ingrid Felipe – zumindest für die Tiroler Frächter. Bei der Tagung der Fachgruppe Güterbeförderung gestern bei der Firma Empl in Kaltenbach wurde die Grüne-Politikerin zunächst mit viel Vorschusslorbeeren bedacht, weil sie sich der Diskussion mit den Frächtern stellte. Das hätten viele ihrer Vorgänger nicht gemacht, „die hier offenbar ein schmutziges Gewerbe sahen“, meint Anton Prantauer (stv. Fachgruppen-Obmann, Nahverkehr).

Und mit der Diskussion, der im vollen Saal rund 100 Teilnehmer lauschten, wuchs die Hoffnung auf eine bessere Verkehrspolitik in Tirol. „Eine, wo wir nicht alle paar Jahre einen neuen Lkw brauchen“, waren sich die Frächter einig. Dass als Maßnahme gegen die dicke Luft in Tirol ab 1. November nur noch Euro-6-Lkw fahren dürfen, wollen sie nicht hinnehmen. Es sei „unmenschlich“, dass Frächter mit ihren erst vor drei, vier Jahren gekauften Euro-5- bzw. EEV-Lkw nicht mehr fahren dürfen, kritisierte WK-Spartenobmann Gottfried Strobl. Zumal die Lkw im Nahverkehr erst nach sieben Jahren abgeschrieben und oft mehr als zwölf Jahre im Einsatz seien“, ergänzte Prantauer, der längere Übergangsfristen im Nahverkehr forderte.

Als „unberechenbar“ und „Pflanzerei“ bezeichnete auch LHStv. Felipe die Verkehrspolitik der letzten Jahre. Aber jetzt brauche es eine Übergangslösung, meinte sie. Eine, die für die Wirtschaft verträglich sei und juristisch halte. Darum werde sie sich bemühen. Einen Versorgungsengpass werde es nicht geben. „Denn der Transport leicht verderblicher Lebensmittel ist generell ausgenommen von dem Gesetz“, erklärte sie. 190 EEV-Lkw hätten Nachtfahrbedarf für die Regionalwirtschaft. Für sie könnte es neuerlich Ausnahmegenehmigungen geben. Felipe warnte, dass das generelle Öffnen der Verordnung sonst auch für den Transitverkehr gilt. „Dann sind es weit mehr als 190 Lkw.“

Die Frächter glauben das nicht. „Durch Tirol fährt keiner freiwillig nachts, wir haben nachts keinen Transit“, meinte Josef Ölhafen, Geschäftsführer der Sparte Transport und Verkehr in der WK. Und Ulf Schmid, WKO-Vizeobmann der Tiroler Transporteure, verlangte eine Aufhebung der Verordnung. „Wir haben keine Alternative dazu“, betonte Felipe. (ad)


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