Vom richtigen Zeitpunkt

In der SPÖ halten sich die Funktionäre wegen der anstehenden AK-Wahl bedeckt. Vorerst auch Klaus Gasteiger.

Von Anita Heubacher

Innsbruck –Nun ist die Katze aus dem Sack. Gerhard Reheis wechselt nicht in den Nationalrat. Er bleibt in Tirol und damit Klubobmann und Parteichef. Nach einem Reformprozess in der Partei soll es frühestens im Frühjahr einen Landesparteitag geben. Dort stehe der gesamte Landesparteivorstand zur Wahl, meinte Reheis. Klaus Gasteiger sei als Gegenkandidat für die Obmannwahl „kein Thema“.

Der angesprochene Ex-Landtagsabgeordnete meldete sich gestern als Vize-Parteivorsitzender zu Wort: Bis jetzt habe er sich aufgrund der Nationalratswahl und der anstehenden Arbeiterkammer-Wahlen zurückgehalten, erklärt Gasteiger. „Aber natürlich wird der Zeitpunkt kommen, wo man reden muss.“ Gasteiger will um den Posten des Parteichefs beim Parteitag kämpfen, „wenn ich entsprechende Signale von den Funktionären bekomme“. Derzeit sei das alles kein Thema. „Ich genieße den Beobachterstatus und warte den Reformprozess ab.“

SP-Landtagsabgeordnete Elisabeth Blanik sieht in der Partei „enormen Handlungsbedarf“. Es sei daher sehr positiv, dass die Reformgruppe gestartet sei. Blanik sitzt, ebenso wie Vertreter der Gewerkschaft, in der Arbeitsgruppe, die die Partei auf Herz und Nieren prüfen soll.

„Ganz andere Sorgen“ hat derzeit ÖGB-Chef Otto Leist: Er stecke mitten in den Kollektivvertragsverhandlungen. Gut sei, dass Parteichef Reheis sich jetzt deklariert habe. „Wir brauchen einen Fixpunkt. Das sollte auch zur Beruhigung in der Partei beitragen.“ Es sei wichtig, dass alle Funktionäre an einem Strang ziehen. Im Jänner, Februar stehen Arbeiterkammerwahlen an. Die roten Gewerkschafter mussten 2009 Einbußen hinnehmen. Leist glaubt, dass die SPÖ mit ihren Kernthemen punkten muss. „Die Arbeitnehmer müssen spüren, dass wir für sie da sind.“ Parteichef Reheis sieht das Ergebnis seiner SPÖ bei den Nationalratswahlen positiv. Schließlich sei Tirol neben Kärnten das einzige Bundesland mit einem Plus vor dem Ergebnis. Ein solches brauche es auch bei der AK-Wahl, sagt Reheis. „Ich will nicht der Buhmann sein, wenn es nicht so ist, deshalb halte ich jetzt still“, sagt Gasteiger.

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