Multikulturelle Hilfe für Innsbrucker Kindergärten

Frauen mit Migrationshintergrund sollen Kinder und Pädagoginnen mit ihrer Mehrsprachigkeit und kulturellem Wissen unterstützen.

Von Denise Daum

Innsbruck –Fünf Frauen mit Migrationshintergrund absolvieren derzeit ein neunmonatiges Praktikum in den städtischen Kindergärten in Innsbruck. Sie sind Teilnehmerinnen des Lehrgangs „Interkulturelle Bildung und Erziehung“, in dem sie zu Kindergartenassistentinnen ausgebildet werden. In Zusammenarbeit mit dem AMS Tirol initiierte der Innsbrucker Verein Multikulturell den Lehrgang, „um die sprachliche und kulturelle Kompetenz von Menschen mit Migrationshintergrund einzusetzen“, erklärt Vereins­obmann Ovagem Agaidyan. „Die Kindergartenassistentinnen übernehmen keine simple Dolmetscher-Funktion“, betont Agaidyan. Sie seien vielmehr Vermittlerinnen zwischen Kindern, Eltern und Pädagoginnen.

Als Bonus sieht der Innsbrucker Stadtrat Ernst Pechlaner Mehrsprachigkeit. Die Stadt stelle die Praktikumsplätze zur Verfügung, da es besonders wichtig sei, mit der Sprachförderung bereits im Kleinkindalter anzusetzen.

Für Lehrgangsleiter Hans Geiler liegen die Vorteile von mehrsprachigen Assistentinnen auf der Hand. So sei der Start in Betreuungseinrichtungen für Kinder mit Migrationshintergrund aufgrund von Sprachproblemen oft besonders schwer. Auch für die Kindergärtnerinnen sei es eine Belastung, wenn sie mit ihren Schützlingen und deren Eltern nicht kommunizieren können. „Hier sind die Teilnehmerinnen des Lehrgangs eine große Hilfe. Sie sind ungemein engagiert und haben für sich ein neues Berufsbild entdeckt“, sagt Geiler.

Die Kosten von 30.600 Euro und die monatliche Zahlung von 850 Euro an die insgesamt 14 Teilnehmerinnen tirolweit trägt das AMS. Diese Mittel sieht AMS-Chef Anton Kern gut angelegt: „Die Absolventinnen des Lehrgangs haben gute Berufschancen, denn der Bedarf ist gegeben.“

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