Schelte der Sozialvereine für Universität

Von Christoph Mair...

Von Christoph Mair

Innsbruck –In einem offenen Brief übt der Sozialpolitische Arbeitskreis Tirol (SPAK) heftige Kritik am Umgang mit Obdachlosen an der Universität Innsbruck. Wie berichtet, geht die Hochschule wegen Störung des Lehrbetriebs und Übergriffen seit Semesterbeginn mit einem privaten Wachdienst gegen auffällige universitätsfremde Personen vor. Sie werden vom Gelände verwiesen.

Die im SPAK zusammengeschlossenen Sozialvereine rügen in dem Schreiben, dass die Uni eine „Rhetorik und Agitation an den Tag“ lege, die „aufs Schärfste“ zurückzuweisen sei. Statt Dialogs und langfristiger Lösungen für das Problem der Obdachlosigkeit verkürze es die Uni auf die „hauseigenen Schwierigkeiten“. Die Vertreter der Sozialvereine zweifeln auch massiv daran, dass ein privater Sicherheitsdienst die Befugnis hat, Personen aus öffentlichen Räumen zu verweisen. Die Stilisierung einer bestimmten Personengruppe zur Bedrohung und Gefährdung führe nur zu Panikmache und dem Schüren von Ängsten, argumentieren Peter Grüner und Josef Mooser für den SPAK. Sie fordern stattdessen die öffentliche Hand dazu auf, ausreichend leistbaren Wohnraum zu schaffen und den freien Wohnungsmarkt zu regulieren. Einrichtungen wie die Wohnungslosenhilfe und Streetwork müssten ausgebaut werden.

Den Brief selbst wollte die für Infrastruktur an der Uni zuständige Vizerektorin Anke Bockreis noch nicht kommentieren. Er werde noch intern besprochen, eine Stellungnahme gebe es nächste Woche. Konkreter wird Bockreis bei den angeblichen Angriffen auf Uni-Mitarbeiter. Mehrmals seien Angestellte bedroht und unter anderem auch mit Gegenständen beworfen worden, was einmal auch zu einer Verletzung geführt habe.

Erste Erfahrungen mit dem Wachdienst sieht die Vizerektorin positiv. „Unsere Aktion hat bewirkt, dass das Problembewusstsein bei den zuständigen Stellen wieder geschärft wurde.“ Mehrere Gespräche mit der Stadt hätten zu keinem Ergebnis geführt. Die Uni sei an einer Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen jedoch sehr interessiert.

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