Instagram-Charme aus Kalifornien

Die Haim-Schwestern aus L.A. servieren das von der Sonne geküsste Album „Days Are Gone“.

Von Sabine Theiner

Innsbruck –Um die drei Schwestern Haim aus Los Angeles hat sich in letzter Zeit ein richtiger Hype aufgebaut. Das liegt daran, dass Danielle, Alana und Este Haim drei junge, knackige Mädels sind, dass sie eine Art Popmusik liefern, die Ikonen wie Madonna schon lange schuldig bleiben und dass die BBC die Mädchenband im Jänner zum „Sound of 2013“ kürte. Seither geht es richtig ab im Leben der drei Schwestern, die bei ihren Live-Auftritten mächtig für Furore sorgten, wie z. B. beim diesjährigen Glastonbury Festival in England.

Die eingängigen Popsongs ihres Debüts „Days Are Gone“ oszillieren zwischen Folk, Americana, Soul, Pop und Rock und bleiben dabei immer schön tanzbar. Amerikanischer West-Coast-Pop in Reinform. Haim lehnen sich an Fleetwood Mac, Prince, Aaliyah, Michael Jackson oder Tom Petty an und verstehen es gut, daraus eine Melange zu schaffen, die den Nerv der Zeit trifft. Es schwingt eine Prise Natürlichkeit, Lockerheit und Charme in ihrer Art mit, die in der aktuellen Szene fehlt (man denke an den Habitus einer Katy Perry oder Rihanna: zu rough und zu sexy).

Die elf Songs sind aus einem Guss, zusammenhängend und aneinandergebunden. Haim trumpfen mit funkelnden Melodien und Harmonien auf, punkten mit überraschendem Gesang und fantasievollen Soundspielereien und sind dabei ganz entspannt Vintage. „Forever“, „Don’t Save Me“ oder „Falling“ gehen direkt ins Ohr und schnurstracks weiter in die Beine. Die Kehrseite dieser glitzernden Medaille ist aber, dass es hier wenig Ecken und Kanten gibt und deshalb das ganze Album recht vorhersehbar bleibt. Dennoch wagen Haim auch mal einen Schwenk, etwa mit dem abwegigen „My Song 5“, bei dem die Gitarren heulen und die Vocals fast wütend sind. Schade nur, dass auf dem Album fünf Nummern bereits aus Vorabveröffentlichungen bekannt sind, das tolle „Better Off“ aber fehlt.

Haim haben schon als Kinder gesungen, auch mal mit den Eltern. Sie sind ausgebildete Musikerinnen und Este und Danielle sammelten schon als 16- und 14-Jährige Pop-Erfahrung mit der Band The Valli Girls. Bei Haim sind die Rollen der drei Girls klar verteilt: Danielle an der Gitarre gibt die verletzliche Frontfrau, Este am Bass das quirlige Energiebündel und Alana am Keyboard den Teenie-Schwarm. Alle drei mit Wallemähnen und Instagram-Appeal. Schön medienwirksam.

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