Berlusconis Lebensgefährtin verlangt zehn Millionen Entschädigung

Michelle Bonev hatte in einer Polit-Show berichtet, dass Pascale lesbisch sei und dass sie selber eine homosexuelle Beziehung zur jungen Neapolitanerin unterhalte. Die Beziehung zwischen Pascale und Berlusconi sei eine „große Lüge“.

Silvio Berlusconi mit seiner Freundin Francesca Pascale.
© EPA/ALESSANDRO DI MEO

Rom – Francesca Pascale, die 28-jährige Lebensgefährtin des italienischen Ex-Premiers Silvio Berlusconi, fordert wegen einer angeblich „verleumderischen Aussage“ über ihre sexuelle Orientierung eine Entschädigung von zehn Millionen Euro. Das berichteten italienische Medien am Freitag.

Die mit dem Polit-Milliardär befreundete Schauspielerin und Filmproduzentin Michelle Bonev hatte in der am Donnerstagabend vom TV-Kanal „La 7“ ausgestrahlte Polit-Show „Servizio Pubblico“ berichtete, dass Pascale lesbisch sei und dass sie selber eine homosexuelle Beziehung zur jungen Neapolitanerin unterhalte. Die Beziehung zwischen Pascale und Berlusconi sei eine „große Lüge“.

Bonev berichtete auch über Partys, an denen sie in Berlusconis Mailänder Residenz teilgenommen habe. Der Kontakt zu dem Großunternehmer soll ihr auch geschäftlich geholfen haben: Dank seiner guten Kontakte habe die öffentlich-rechtliche TV-Anstalt RAI einen Film, den sie produzierte, für eine Million Euro gekauft. Der Kulturminister der damaligen Regierung Berlusconi, Sandro Bondi, hatte beim Filmfestival von Venedig 2010 Druck gemacht, damit Bonev ein Sonderpreis zugesprochen wurde. Deswegen war Bondi politisch unter Beschuss geraten. Einige Monate später hatte er den Rücktritt einreichen müssen.

In Interview mit italienischen Medien hatte Bonev zuvor behauptet, dass Berlusconi sich Pascale nur deshalb zur Lebensgefährtin genommen habe, um sein Image nach dem Skandal um die sogenannten Bunga Bunga-Partys aufzufrischen. „Er hat sich aber geirrt, denn Pascale ist eine autoritäre und skrupellose Person. Berlusconi hat mich oft gebeten, sie von seiner Residenz wegzuschaffen, denn sie wolle ihn erpressen“, berichtete Bonev.

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Pascales Anwältin: Interview ist „schwer verleumderisch“

Pascales Rechtsanwältin, Paola Rubini, bezeichnete das von „La 7“ gesendete Interview mit Bonev als schwer verleumderisch. Ihre Mandantin wolle eine Entschädigung von zehn Millionen Euro verlangen. Berlusconis Partei „Volk der Freiheit“, attackierte den Moderator von „Servizio Pubblico“, den Starjournalisten Michele Santoro, der zu Berlusconis Erzfeinden zählt.

Francesca Pascale hat die Zeit vor und nach der rechtskräftigen Verurteilung des Ex-Regierungschefs wegen Steuerbetrugs im August stets an Berlusconis Seite verbracht. Die fast 50 Jahre jüngere Verlobte soll kaum einen Augenblick von der Seite des Politikers und Großunternehmer weichen, der ab Dezember neun Monate lang Sozialdienst ableisten muss.

Pascale, angeblich die Tochter eines Hochzeitsfotografen aus einem Vorort Neapels, kann auf eine kurze Karriere als Showgirl in einem neapolitanischen TV-Kanal zurückblicken. Danach begann sie mit ihrem politischen Engagement für die Mitte-Rechts-Partei Berlusconis in Neapel. Seitdem sie Berlusconis Freundin ist, trägt sie nur noch elegante Kostüme und Blusen. Sie besuchte Benimmkurse und arbeitete an ihrer Aussprache, um den neapolitanischen Akzent loszuwerden. Sie habe auch mehrere Schönheitsoperationen hinter sich, hieß es in italienische Zeitungen. (APA)


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