Phantomtor: DFB will sich vor Entscheidung mit FIFA abstimmen

Der Deutsche Fußball-Bund will nach dem Phantomtor von Leverkusens Stefan Kießling gegen Hoffenheim erst die international gültige Rechtslage klären. Dann soll entschieden werden, wie die Causa weiter behandelt wird.

Der Kopfball von Stefan Kießling ging eindeutig am Tor vorbei.
© Screenshot: Youtube.com

Frankfurt/Main - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird sein Vorgehen nach dem Phantomtor von Stefan Kießling mit dem Weltverband FIFA abstimmen. Parallel zu einer Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht stehe der DFB in Kontakt mit der FIFA, „um die international gültige Rechtslage für solche Fälle zu klären und die verbindlichen Vorgaben des Weltverbandes bei der Entscheidungsfindung zu berücksichtigen“, hieß es in einer DFB-Stellungnahme vom Samstag.

Kießling hatte beim 2:1 von Bayer Leverkusen am Freitagabend bei 1899 Hoffenheim einen Treffer zum 2:0 zugesprochen bekommen. Dabei war sein Kopfball am Pfosten vorbei gegangen und durch ein Loch im Netz im Tor gelandet. Dies zeigten eindeutig die Fernsehbilder.

„Dass ein solches Phantomtor als ungerecht empfunden wird, können wir alle absolut nachvollziehen. Der reflexartige Ruf nach einer Wiederholung des Spiels ist verständlich, aber wir wissen aus der Vergangenheit auch, wie sehr die FIFA die Tatsachenentscheidung eines Schiedsrichters schützt“, erklärte Rainer Koch, DFB-Vizepräsident für Rechts- und Satzungsfragen.

Statuten und Vorgaben der FIFA entscheidend

Der Jurist erinnerte an das nicht gegebene Tor der Engländer bei der WM 2010 gegen Deutschland. „Entscheidend ist für uns, welche Möglichkeiten uns die sportrechtlichen Statuten und Vorgaben überhaupt geben, denn letztlich ist die FIFA bei einer solchen Entscheidung maßgeblich“, so Koch.

Der DFB bestätigte, dass Hoffenheim beim Sportgericht Einspruch eingelegt hat. Das Gremium werde den Einspruch Bayer 04 Leverkusen zur Verfügung stellen und in den kommenden Tagen weitere Stellungnahmen des Schiedsrichters, der beteiligten Vereine und des Kontrollausschusses einholen. Anschließend wird das Sportgericht den Fall verhandeln, hieß es. Ein Termin wurde nicht genannt. (dpa)


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