Bambini Cup füllt Gästebetten

Laut einer Analyse von Monika Dopler bringt das internationale Turnier für Nachwuchstennisspieler in Kufstein der gesamten Region enorme touristische Werbung.

Von Wolfgang Otter

Kufstein –Die Spannungen zwischen Tourismusverband und Tennisclub Kufstein rund um den renommierten Bambini Tenniscup sind beigelegt – auch die Touristiker tragen mittlerweile ihren Obolus dazu bei. Und es ist kein verschwendetes Geld, wie Club­obmann Martin Reinhold sowie Bambini-Turnier-Organisator Robert Köstlinger anhand einer aktuellen Studie zeigen konnten.

Monika Dopler hat im Zuge einer Masterarbeit an der Fachhochschule Kufstein (Betreuerin Monika Kohlhofer) untersucht, welche Wertschöpfung die Veranstaltung der Region liefert. „Das Problem dabei war, dass wir die Begleitpersonen nicht ganz erfassen konnten“, sagte Dop­ler bei der Präsentation ihrer Arbeit, „denn die entsprechenden Fragebögen wurden während der Turnieranmeldung ausgefüllt und das passierte meist unter Zeitnot.“ Trotzdem lässt sich aus den Zahlen viel ablesen.

So wurden für die Analyse beim Bambini Cup 2013 (20. Juli bis 28. Juli) an die 424 Nachwuchssportler samt 343 Erwachsenen aus ingesamt 40 Nationen erfasst. Diese sorgten für 2671 Nächtigungen, hochgerechnet mit den nicht erfassten Erwachsenen schätzt man die Nächtigungen auf 3500. Davon entfielen 41 Prozent auf Hotels, 47 Prozent auf Gasthöfe, der Rest auf Privatzimmer, Wohnungen und Camping bzw. Wohnmobile. Rund 80 Prozent der Nächtigungen wurden in Kufstein und Ebbs getätigt. „Heuer hatten wir das Problem, dass durch die Passionsspiele und die Festspiele in Erl weder dort noch in Niederndorf Zimmer frei waren“, sagte Köstlinger. Das Ergebnis war, dass das Turnier eine geografisch noch weitere Ausstrahlung auf die Gastronomie hatte. Erhoben wurde überdies, was die Jugendlichen und Erwachsenen in der Region in diesen neun Tagen an Geld liegenlassen. Und da klingelt die Kasse ganz ordentlich. Laut Studie sind es 250.000 Euro, wobei sich bei den Teilnehmern aus Australien und Japan mit 764 Euro pro Person die Geldtasche am weitesten öffnete.

Auch diese Zahl muss aufgrund der Erfassungsschwierigkeiten noch aufgerundet werden, zudem kommen noch die Ausgaben des Clubs für die Turnierabhaltung bzw. Übernahme von Kosten für die Top-Spielerinnen und -Spieler hinzu. So dürften in den neun Tagen zwischen 350.000 und 400.000 Euro in die Wirtschaft der Region geflossen sein. Doch nicht nur in Sachen Geld sind die 620 Spiele des Cups, bei dem übrigens 500 Dosen Tennisbälle verbraucht wurden, wie der Obmann berichten konnte, interessant. Sie sind auch eine Top-Werbung für die Region. Hundert Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Personen werden die Stadt für den Urlaub weiterempfehlen und 15 Prozent von ihnen haben angegeben, auch nach dem Turnier in der Region zu bleiben. Weitere 50 Prozent der Befragten gaben bekannt, einen Urlaub fix zu machen bzw. hier einen zu planen.

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Fazit von Dopler: „Durch die internationale Bekanntheit des Bambini Cups wird ein Publikum angesprochen, welches unter Umständen wahrscheinlich nicht in die Region Kufstein gekommen wäre.“


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