Schicker Twen feiert den verdienten Geburtstag

Seit 20 Jahren besetzt der Mondeo für Ford das Mittelklassesegment: Das einst einfache Startmodell mutierte zum Markenleader.

Von Peter Urbanek

Stainz –Der Urvater des Mondeo nannte sich Sierra. Noch heute trauern Driftfans um die herrlichen Möglichkeiten, diesen Wagen, vor allem in der Cosworth-Konfiguration, querzustellen. Der Nachfolger Mondeo wollte 1993 keine Fortsetzung dieses Konzeptes sein. Zwar machte er mit Grand-Prix-Fahrer Ricardo Patrese Ausflüge auf die Rennstrecke, doch die Ingenieure aus Köln wollten keinen verkappten Sportler bauen. Sicherheit, gute Platzverhältnisse, aber vor allem technische Innovationen, welche der Mitbewerb nicht vorzeigen konnte, regierten das Lastenheft. ABS, Traction Control serienmäßig, Platz 1 beim Thema aktive und passive Sicherheit, Allradantrieb mittels drei Differenzialen – die Kundschaft wusste es zu schätzen.

Große Vorgänge auf der politischen und sportlichen Bühne begleiteten die vier Generationen des Ford Mondeo. Beim Start der ersten Mondeo-Generation war Bill Clinton der mächtigste Mann der Welt. Heute tingelt er als Versatzstück beim Wiener Live Ball herum. Zum zweiten Durchgang 1996 schenkte die deutsche Nationalmannschaft ihren Fans den Europameistertitel. Das Geschenk von Ford hieß integrierte Seiten-Airbags für Fahrer und Beifahrer, Reduktion der CO2-Emission um 40 %, Audiosysteme mit Kassetten- und CD-Laufwerk, elektronischer Suchlauf. Der tolle Gag war aber das Navigationssystem. Zur Jahrtausendwende schien das Bauhausdesign Einzug zu halten. Der Mondeo wurde optisch sehr deutsch, doch unter der Karosse gab es technische Feinheiten wie ein intelligentes Protection-System, hochwertige Armaturen, leistungsfähige und sparsame Motoren – die Ford-Philosophie „Sicherheit verbunden mit Wirtschaftlichkeit“ kam zu Ausdruck. In diesen Jahren bis 2007 wurde Putin zum starken Mann, der Engländer Daniel Craig spielte nun den Überhelden 007 im Dienst ihrer Majestät.

Der vierte Jahrgang des Mondeo wagte 2007 den Sprung auf den Markt, 2010 sorgte ein Facelift für eine Verschönerungstour. Das aktuelle Modell bietet emotionales Design, Top-Verarbeitungsqualität, modernste Technologie, stolzen Auftritt. Die Designer schafften den Eindruck der Bewegung im Stand. Außerdem: neue Motoren wie der 160 PS starke 1,6-Liter-EcoBoost mit Start/Stop-System, ein großes Paket Assistenzsysteme, Doppelkupplungsgetriebe. Als der Mondeo vor Jahren der ehemaligen Konzernschwester Jaguar technische Nothilfe leisten musste, wurde als Gegenleistung dieses Getriebe verweigert.Dem Ende zu geht auch der Lebenszyklus des aktuellen Mondeo. In den USA, China und Südamerika rollt bereits der komplett neu gestylte Nachfolger, ab November 2014 auch in Österreich. Ein kompaktes Fahrzeug mit vielen Elementen des Kombis Traveller, der aktuell fast 75 Prozent der Kunden begeistert.

Zum Abschied spendet Ford nach Art des Hauses allen Motoren reduzierte CO2-Werte, das schlägt sich sofort in der NoVA-Kalkulation nieder. Doch dem Infotainmentsystem kommt fast noch mehr Bedeutung zu. Die Möglichkeit des Dialogs Fahrer-Fahrzeug wird immer mehr zum entscheidenden Punkt bei der Kaufentscheidung, kein Wunder, dass heute die Autoindustrie weltweit der größte Chip-Kunde ist.

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Der neue Ford-Star heißt ab 2015 Vignale. Ein glamouröses Fahrzeug für glamouröse Zielgruppen, die im Ford Schauraum schon beim Eintritt eine VIP-Behandlung erfahren werden.


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