Ein Förster beim Boxkampf

Seinem Pragmatismus bleibt der Subaru Forester XT treu. Dafür hat er neben seinem überzeugenden Motor und einem gelungenen Antrieb auch reichlich Platz im Talon.

Von Lukas Letzner

Innsbruck – Neben den Kleinwagen sind es die SUV‘s, die in der automobilen Welt momentan einen Boom erfahren. Mit fast 20 Prozent Marktanteil sind sie von uns Europäern schon fast so begehrt wie die Kombis. Dabei sind solche Sports Utility Vehicles eigentlich gar keine so neue Erfindung. Immerhin werden Exemplare wie der Subaru Forester schon seit 1997 gebaut und gehören somit zu den Urahnen dieser Gattung, doch im Unterschied zur Tierwelt sterben sie nicht aus. Im Gegenteil: Mittlerweile hinterlässt die vierte Generation des japanischen Grenzgängers ihre Spuren, und das nicht nur auf der Straße.

Dass der Förster nicht so ganz mit den europäischen Offroadern vergleichbar ist, war immer schon so, und das hat sich eigentlich auch nicht geändert. Im Gegensatz zur Konkurrenz verzichtet Subaru nämlich auf einigen Schnickschnack, und genau das ist es, was den Charakter des Forester ausmacht. Er ist einfach ein etwas un-SUV-igerer Geländewagen.

Der Interessent merkt dies beispielsweise an den Abmessungen. Der Forester hat in alle Richtungen zugelegt, die zusätzlichen Zentimeter kommen aber nicht der Optik, sondern allesamt dem Innenraum zugute. So ist die ohnehin schon üppige Beinfreiheit im Fonds nochmals um zwei Zentimeter gewachsen. Ebenfalls SUV-untypisch: Trotz seiner Größe ist der Forester recht übersichtlich und so wird das Parken auch in einem solchen Schiff zu einem echten Kinderspiel. Über die Tatsache, dass der Forester von außen etwas aus seiner Zeit gefallen ist, kann auch die exklusive XT-Ausstattung, mit der unser Forester auf den Hof rollte, nicht hinwegtäuschen. Doch auch das ist gut so, denn genau damit vermittelt er einem das Gefühl von Zuverlässigkeit und Robustheit, das diese Gattung ausmacht. Zudem schlummerte der wahre Trumpf unter der Haube unseres Hochbeiners: der Zwei-Liter-Boxer-Motor.

Beim Forester XT wird dieser mittels Twin-Scroll-Turbolader zwangsbeatmet und ist in der Lage, satte 240 PS und maximal 350 Nm Drehmoment auf die Kurbelwelle zu stemmen. Lässt man es gemütlich angehen, dann grummelt der Motor gemütlich vor sich hin, doch wer das Gaspedal etwas energischer Richtung Bodenblech drückt, der erlebt sein blaues Wunder. Dann legt der Boxer nämlich wild entschlossen los und beschleunigt den immerhin 1,6 Tonnen schweren Grenzgänger in 7,5 Sekunden auf Tempo 100.

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Noch beeindruckender als dieses Zahlenwerk ist allerdings die Harmonie, die der Antrieb dabei an den Tag legt, zumal man bei Subaru an einer eher selten gewordenen Technik festhält: dem CVT-Getriebe. Als Auto-Motor-Journalist hat man normalerweise eine gewisse Scheu vor stufenlosen Getrieben, doch die japanischen Ingenieure verkuppeln den Zwei-Liter-Turbo nur damit. Und auch hier muss man ihnen Recht geben. Die Box leitet die doch recht beeindruckende Kraft des Motors ohne Jaulen, direkt und verzögerungsfrei an die vier Räder weiter. Wer möchte, kann dem Ganzen mittels Sport-Modus eine Extraportion Würze verpassen.

Ebenso überzeugen kann das Fahrwerk des Forester. Querrillen und Schläge werden gekonnt weggefedert und auch in schneller gefahrenen Kurven kommt der Subaru nicht in die Verlegenheit, den Halt zu verlieren. Top sind auch die Klettereigenschaften des Grenzgängers, die wir aufgrund des frühen Wintereinbruchs zur Genüge testen konnten. Subaru begründet das mit dem sogenannten symmetrischen Allradantrieb, soll heißen, dass sämtliche Bauteile, ausgehend vom Motor, seitlich der Mittelachse gleich verteilt sind. Der Vorteil: ausgeglichene Gewichtsverteilung und niedriger Schwerpunkt.

Dass der Subaru Forester auch einiges wegstecken kann, versteht sich von selbst. 505 Liter fasst der Kofferraum bei voller Bestuhlung. Einziger Wermutstropfen: Bei zügiger Fahrweise gönnt sich der Boxer 11 Liter auf 100 km. Im Vergleich zur deutschen Konkurrenz ist das doch etwas viel.

Zu haben ist der Förster übrigens ab 30.990 Euro. Für die von uns gefahrene XT-Version muss man aber 49.990 Euro auf den Tisch legen.


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