EU dreht weiter am Energiehahn

Im Kampf um die Klimaschutzziele knöpft sich Brüssel Armaturen, Stromkabel und Staubsauger vor.

Brüssel –Das Energiesparpotenzial in Europa ist riesig. Laut Schätzungen der EU-Kommission könnte der Verbrauch pro Jahr um rund 3000 Petajoule reduziert werden – diese Zahl entspricht in etwa dem doppelten Jahresenergieverbrauch Österreichs. Durchziehen will Europa das Vorhaben mit noch strengeren Vorschriften und Normen bei Haushaltsgeräten. Das Ende der Glühbirne als ein Element der so genannten Ökodesign-Richtlinie dürfte dabei erst der Anfang gewesen sein.

Wie aus dem Arbeitsplan der EU-Kommission hervorgeht, nimmt Brüssel unter anderem auch Boiler, Fenster, Stromleitungen, intelligente Stromzähler und Armaturen ins Visier. Bis Anfang 2014 wird noch geprüft, wie bei diesen Geräten der Strom- bzw. Wasserverbrauch weiter gedrosselt werden könnte. Die Industrie kann bis nächster Woche Stellungnahmen zu dem Vorhaben abgeben.

Bei Kühlschränken und Waschmaschinen sind Obergrenzen zum Stromverbrauch bereits längst Usus. Seit Juli 2010 dürfen nur noch Geräte der sparsamsten Energieklasse A verkauft werden. Erst diesen Sommer wurden auch abseits der öffentlichen Wahrnehmung Regeln und ein Energielabel für Staubsauger erlassen. Ab September 2014 dürfen nur noch Sauger mit einer Leistung von unter 1600 Watt in Umlauf gebracht werden, ab 2017 gilt die Obergrenze von 900 Watt.

Laut einem Artikel der Welt kann die EU-Kommission völlig frei entscheiden, welche Produktgruppen künftig in die Ökodesign-Richtlinie fallen. Greift Brüssel in den persönlichen Wasserverbrauch der Bürger ein, dürften wie bei der Abschaffung der Glühbirnen emotionale Debatten programmiert sein. Bei Neubauten und Renovierungen könnten dann strikte Regeln gelten, welche Wasserhähne, Duschköpfe und Toi­lettenspülungen eingebaut werden dürfen. (dpa, bea)


Kommentieren


Schlagworte