Souverän in die 3. Runde aufgestiegen

Weniger und mehr ist die Devise, die BMW bei der Entwicklung der neuesten X5-Generation ausgegeben hat: Kaum zugelegt hat das Oberklasse-SUV bei den äußeren Abmessungen, fahrdynamisch und ausstattungsbezogen wirkt der Bestseller aber reifer als je zuvor.

Von Markus Höscheler

Zwar kommt selbst der erfolgsverwöhnte BMW-Konzern am Trend nicht vorbei, Sports Utility Vehicles in kleineren und kompakten Ausführungen anzubieten – dem langjährigen großen Bestseller X5 hält der bayerische Autohersteller aber unbekümmert die Treue. Eine geringere Rolle spielen dürfte dabei die emotionale Bindung der Entscheidungsträger zum Fabrikat, das nüchterne Zahlenwerk dagegen eine größere: Seit 1999 haben mehr als 1,3 Millionen Kunden einen X5 der beiden ersten Generationen gekauft. Die Käufer fanden Gefallen am hohen Aufbau, am Platzangebot und natürlich am Allradsystem xDrive. All das finden die Interessenten bis auf eine Ausnahme im Nachfolger, der Mitte November in den Handel kommt.

Erwartungsgemäß haben die Techniker das Oberklasse-SUV verfeinert, die Marketing-Abteilung hat ihre Kreativität walten lassen und das Design­team hat sich in gemäßigter Weise einbringen können. Die zuletzt genannte Gruppe übertrug die Formensprache aktueller BMW-Modellreihen auf den neuen X5: Sie orientierte sich zwar am Vorgänger, allerdings erhielt der Neuling mehr Taillierung, die schon obligatorische Verbindung der Frontscheinwerfer mit der Doppelniere und eine moderate Längsdehnung auf 4,89 Metern. Etwas Mehrarbeit verschafften den Designern wohl die Vertriebsexperten – so lässt sich die Zweiteilung in die Designlinien Pure Excellence und Pure Experience erklären. Pure Excellence betont mehr den urbanen Charakter des X5, Pure Experience brüstet sich dagegen mit Offroad-Optik unter Verwendung von gebürstetem Edelstahl.

Wir unterstellen im Weiteren, dass das Marketing bei der Bündelung technischer Optionen gleichermaßen ein gewichtiges Wort mitzureden hatte: Erstmals konfrontiert der X5 seine Klientel mit vier „Adaptiven Fahrwerkspaketen“, zumeist gegen Aufpreis erhältlich: Comfort enthält die „Dynamische Dämpfer Control“ und eine Luftfederung an der Hinterachse; M-Fahrwerk umfasst Comfort und eine sportliche Fahrwerksabstimmung; Dynamic beinhaltet das aktive Hinterachssperrdifferenzial Dynamic Performance Control und den aktiven Wankausgleich Dynamic Drive; Professional schließlich vereint die Zutaten von Comfort und Dynamic.

Ein weiteres Novum im X5-Angebot ist eine Heckantriebsvariante: Der 218 PS starke X5 sDrive25d steht mit einem Normverbrauch von 5,6 Litern Diesel je 100 Kilometer (CO2-Ausstoß: 149 g/km) für das Klimawandel-verträglichste Vehikel dieses BMW-Modells – mehr als ein Nischendasein wird dieser Ausführung im Alpengebiet aber nicht beschieden sein. Mehrheitsfähig sind hierzulande alle anderen Motoren, die mit xDrive bestückt sind und im November sowie im Dezember auf den Markt kommen. Zum Auftakt bieten die BMW-Händler den 258 PS starken Sechszylinder-Turbodiesel im xDrive30d an, überflügelt vom Triturbo-Ölbrenner im M50d mit 381 PS und vom V8-Turbobenziner im xDrive50i mit 450 PS. Mit den beiden Ölbrennern waren wir dieser Tage bereits im Inntal, Kühtai, Gurgltal und am Mieminger Plateau unterwegs – um festzustellen, dass beide Aggregate kraftvoll sowie stilsicher beschleunigen und dass das xDrive-Allradsystem mit Hilfe optionaler Hilfen beste Traktion im Kurvengeläuf garantiert.

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Im Weihnachtsmonat schiebt BMW zwei Dieselvarianten nach: einen Vierzylinder mit zwei Litern Hubraum im erwähnten sDrive25d und im ergänzenden xDrive25d sowie einen 313 PS starken Sechszylinder. Ebenfalls sechs Töpfe zählt der 306 PS starke Turbobenziner im X5 xDrive35i. Ab 57.250 Euro lässt sich der neue X5 (sDrive25d) erwerben, mit Allrad steigt der Betrag auf 59.950 Euro (xDrive25d).


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