Phantomtor: Leverkusen will nur die letzten 22 Minuten neu spielen

Das Phantomtor von Hoffenheim wurde auch zwei Tage danach weiter heiß diskutiert. Der DFB hat den Ball in der Causa vorerst an die FIFA weitergespielt.

Der Kopfball von Stefan Kießling ging eindeutig am Tor vorbei.
© Screenshot: Youtube.com

Frankfurt am Main - Ganz Fußball-Deutschland diskutiert über ein Loch im Netz: Das Phantomtor von Stefan Kießling wird sogar ein Fall für den Weltverband FIFA - und den DFB noch gehörig beschäftigen. Während 1899 Hoffenheim nach seinem Einspruch gegen die Wertung des kuriosen 2:1-Sieges von Leverkusen auf ein Wiederholungsspiel pocht, würde Bayer-Sportdirektor Rudi Völler am liebsten nur noch einmal 22 Minuten spielen.

Leverkusen akzeptiert jedes Urteil

Bayer werde jedes Urteil des DFB-Sportgerichts akzeptieren, sagte Völler der „Bild am Sonntag“. „Aber mein Gerechtigkeitssinn spricht für eine andere Lösung: Wir spielen die letzten 22 Minuten neu. Beim Stande von 1:0 von Leverkusen geht es mit einem Abstoß für Hoffenheim weiter“, erklärte der 53-Jährige. Dies sei die sauberste Lösung, so Völler.

Leverkusens Stürmer Kießling hatte am Freitagabend bei 1899 Hoffenheim in der 70. Minute einen Treffer zum 2:0 zugesprochen bekommen. Dabei war sein Kopfball tatsächlich durch ein Loch im Netz im Tor gelandet. Dies zeigten die Fernsehbilder eindeutig. Schiedsrichter Felix Brych gab den Treffer jedoch. Hoffenheim hat Protest eingelegt.

Über den Fall entscheidet nicht nur das DFB-Sportgericht, sondern auch die FIFA. Der DFB will sich mit dem Weltverband abstimmen und hofft nun auf ein schnelles Signal. „Wir haben natürlich die Situation mitbekommen, werden diese auf eine mögliche Anfrage des DFB analysieren und Stellung dazu nehmen“, erklärte Massimo Busacca, der Leiter der FIFA-Schiedsrichterabteilung am Samstag.

Brych pfeift CL-Schlager Milan - Barcelona

Rainer Koch, der zuständige DFB-Vizepräsident für Rechts- und Satzungsfragen, räumte in der TV-Sendung „Doppelpass“ von Sport1 ein, dass es zu dem Tor keine zwei Meinungen gebe, aber: „Die Frage ist: Muss die Tatsachenentscheidung erschüttert werden?“ Ein Tor wie dieses anzuerkennen sei „nicht im Sinne der Schiedsrichter, des Fußballs, des Fairplays.“

Referee Brych wird vier Tage nach seinem Fauxpas jedenfalls am Dienstagabend das Champions-League-Spiel zwischen dem AC Milan und dem FC Barcelona leiten. Die UEFA setzte den 38-Jährigen am Sonntag ungeachtet des Vorfalls an. (APA, dpa)


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