Wahl in Tadschikistan: Rachmon 83,6 Prozent zugesprochen

Seit mehr als zwei Jahrzehnten regiert der 61-Jährige die Ex-Sowjetrepublik. Gegenkandidaten gab es bei der Wahl keine.

Duschanbe – Bei der Präsidentenwahl in der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan hat der autoritäre Amtsinhaber Emomali Rachmon seine Macht weiter gefestigt. Die Wahlkommission sprach ihm am Donnerstag nach mehr als zwei Jahrzehnten Amtszeit 83,6 Prozent der Stimmen zu. Die Opposition war nicht zugelassen gewesen und hatte den Urnengang boykottiert.

Bei der Wahl vor sieben Jahren hatte Rachmon 79,3 Prozent erhalten. Der 61 Jahre alte Dauerherrscher bleibt damit weitere sieben Jahre im Amt. Rachmon hat in weiten Teilen der Bevölkerung Rückhalt, weil er das Land nach einem Bürgerkrieg von 1992 bis 1997 mit Zehntausenden Toten wieder zur Ruhe gebracht hat. Kritiker werfen Rachmon jedoch Unterdrückung Andersdenkender vor. Es gibt kaum freie Medien.

Auch verschlechterte sich unter seiner Herrschaft die Wirtschaftslage des armen Staats zwischen Afghanistan, Usbekistan, Kirgistan und China weiter. Von den etwa acht Millionen Tadschiken leben rund zwei Fünftel in Armut. Etwa eine Million Menschen wanderten in den vergangenen Jahren zum Arbeiten nach Russland aus. Sie erwirtschaften fast die Hälfte des jährlichen Bruttoinlandsprodukts von rund 7,5 Milliarden US-Dollar (5,6 Mrd. Euro).

Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) haben bisher keine Abstimmung in dem islamisch geprägten Land als demokratisch anerkannt. Sie wollen ihr Urteil zur Abstimmung noch am Donnerstag in Duschanbe mitteilen.

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Mehr als vier Millionen Wahlberechtigte waren in dem Hochgebirgsland nördlich Afghanistans zur Abstimmung aufgerufen. Rachmon hatte fünf regierungstreue Mitbewerber, die ebenfalls zu seiner Wahl aufgerufen hatten. Wahlleiter Schermuchammad Schochijon gab die Wahlbeteiligung mit 86,6 Prozent an, etwas geringer als die 90,9 Prozent von 2006. (APA/dpa)


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