Kirche feiert und reflektiert
Die Diözese Innsbruck stellt ihr 50-Jahr-Jubiläum unter das Motto „Aufbrechen“. Dabei sollen auch Fragen des Glaubens und der Kirche kritisch diskutiert werden.
Von Christoph Mair
Innsbruck –„Die Kirche hat nicht den Ruf, besonders aufbruchfreundlich zu sein“, weiß Jakob Bürgler. Dennoch wolle die Diözese Innsbruck zu ihrem 50. Geburtstag dieses Wagnis eingehen, betonte der Generalvikar bei der Präsentation des Programms für das Jubiläumsjahr. Am 6. August 1964 hat Papst Paul VI. die Apostolische Administratur Innsbruck-Feldkirch zur Diözese erhoben.
Das Jubiläumsjahr zum halben Jahrhundert, das am 1. Dezember dieses Jahres beginnt, soll nach dem Willen von Bischof Manfred Scheuer kein Jubeljahr werden, sondern eines, „in dem wir die eigene Geschichte dankbar bedenken, weil sie die Gegenwart mitbestimmt“. Scheuer hofft, dass das Miteinander gestärkt und Kirche in ihrer Vielfalt erlebbar werde. „Ich hoffe auch, dass einiges nachklingt.“
Die Hoffnungen scheinen beim Blick auf das vielfältige und reichhaltige Programmangebot zum Jubiläumsjahr (siehe Kasten) gute Chancen auf Erfüllung zu haben. Das nach Jahreszeiten gegliederte Programm hält Dutzende größere und kleinere Veranstaltungen, von Diskussionsveranstaltungen, Vorträgen, Ausstellungen bis zu Pilgerreisen bereit. Dabei soll auch Platz für kritische Auseinandersetzungen sein, betonten Bischof Scheuer und die Leiterin des Seelsorgeamtes, Elisabeth Rathgeb. Etwa bei den so genannten Konzilstagen, bei denen in den Dekanaten über Fragen und Themen des Glaubens diskutiert werden soll. „Wir wollen Visionen für die Kirche in Tirol entwickeln“, sagte Rathgeb. Was nicht auf lokaler Ebene gelöst werden könne, solle an die Diözesanleitung und auch an die Bischofskonferenz herangetragen werden, meinte die Leiterin des Seelsorgeamtes.
Da zu einem Jubiläum auch das Feiern gehört, lädt die Diözese am 20. September nächsten Jahres zum großen Diözesanfest nach Innsbruck. Dazu werden einige tausend Menschen erwartet.
Mit zwei festlichen Gottesdiensten markiert die Diözese zwei wichtige Punkte ihrer Geschichte, am 6. August (Errichtung der Diözese) im Dom zu Brixen und als Abschluss des Jubiläums und in Erinnerung an die Amtseinführung des ersten Innsbrucker Bischofs Paulus Rusch am 8. Dezember 2014 im Dom zu St. Jakob.
Die Diözese hat für das Jubiläum laut Finanzkammerdirektor Markus Köck ein Budget von 1,5 Mio. Euro zur Verfügung. Dank der Sponsoren müssten dazu keine Mittel aus dem Kirchenbeitrag verwendet werden, versicherte Köck.
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