Klimakonferenz in Warschau geht in den ersten Verlängerungstag
Auf der Klimakonferenz in Warschau haben die Delegierten hinter verschlossenen Türen auch in der Nacht auf Samstag noch um ein Abschlusspapier gerungen.
Warschau/Wien – Die UN-Klimakonferenz in Warschau ist am Samstag in die Verlängerung gegangen. Die Teilnehmer verhandelten nach Mitternacht weiter über ein Abschlussdokument, das die Grundlage eines für Dezember 2015 angestrebten Klimaabkommens bilden soll. Es bestand weiterhin eine tiefe Kluft zwischen den Staatengruppen. Zum Finale reiste laut Global 2000 auch Umweltminister Nikolaus Berlakovich (V) an.
Ursprünglich sollte die Konferenz bis Freitag um 18.00 Uhr dauern. Am Freitagnachmittag hatten sich die Europäische Union und eine Gruppe von Entwicklungsländern einen heftigen Schlagabtausch geliefert. EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard beschuldigte einige Entwicklungs- und Schwellenländer, darunter China und Indien, am Ende der Konferenz Fortschritte zu blockieren.
190 Staaten verhandeln
China und Indien, deren Wirtschaftsaufschwung mit einem hohen Verbrauch an fossiler Energie einhergeht, wollen erreichen, dass ihnen im Vergleich zu den Industriestaaten geringere CO2-Einsparungen abverlangt werden.
Die Verhandlungen in Warschau hatten am Montag vergangener Woche begonnen. Mehr als 190 Staaten verhandeln in der polnischen Hauptstadt über weitere Schritte zu einem verbindlichen Klimaschutzabkommen, das Ende 2015 in Paris unterzeichnet werden soll.
Neben der Frage nach Klimazielen stehen die Hilfen für Klimaschäden, vor allem für besonders betroffene Länder im Süden, im Zentrum der Verhandlungen. Am Donnerstag hatten mehrere Umweltschutz- und Entwicklungsorganisationen aus Protest gegen „Wirtschaftsinteressen“ gemeinsam die Konferenz verlassen. Für Streit sorgt insbesondere die Lastenverteilung zwischen Industrie-und Entwicklungsländern.
Wie die Umweltorganisation „Global 2000“ am späten Freitagabend mitteilte, traf letztlich auch Umweltminister Nikolaus Berlakovich (V) in Warschau ein, um „die letzten Stunden der Verhandlungen verfolgen“. Für „Global 2000“ war der Kurzbesuch allerdings nicht genug: „Natürlich wäre uns wichtig gewesen, dass Berlakovich tatsächlich für Klimaschutz kämpft.“ (APA/AFP/dpa)
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