Tausende Tiroler entfliehen dem Weihnachtstrubel

Die Hälfte der Österreicher würde zu Weihnachten lieber verreisen – nur ein Bruchteil davon setzt den Wunsch tatsächlich um.

(Symbolfoto)
© Thinkstock/haveseen

Wien –49 Prozent der Österreicher würden gerne auf den Weihnachtstrubel in der Heimat verzichten. Laut aktueller Umfrage der Marktforschungsagentur GfK Austria im Auftrag von Austrian Airlines unter 1000 Österreichern möchten erstaunlich viele dem Stress an den Feiertagen entfliehen.

Ein auch für den Obmann der Reisebüros in der Wirtschaftskammer Tirol, Andreas Kröll, überraschendes Ergebins: „Dass so viele über Weihnachten wegwollen, hätte ich nicht gedacht. Unserer Erfahrung nach verreisen die meisten erst ab dem 26. Dezember. Zumindest in Tirol ist das Fest doch sehr stark an die Familie gebunden.“ Über Silvester bis nach dem Dreikönigstag würde viele das Fernweh packen: „Insgesamt kann man sagen, dass über die Feiertage zwischen 8000 und 10.000 Tiroler verreisen.“ Die Zahlen seien seit Jahren ziemlich konstant. Neben kurzen Städtetrips stehen Fernreisen nach wie vor hoch im Kurs, sagt Kröll: „Für viele ist die Wärme im Winter das zentrale Reiseargument. Neben dem Indischen Ozean ist die Karibik nach wie vor hoch im Kurs. Auch Südostasien ist immer noch sehr beliebt.“

Dass die Flieger und Hotels heuer, was österreichische Gäste betrifft, noch besser gebucht sind als im Vorjahr, sagt Walter Krahl, Chef der 120 Ruefa-Reisebüros: „Wenn zu Weihnachten verreist wird, dann aber meist mit der Familie.“ Die durchschnittliche Buchung umfasse 2,6 Gäste. Die Topziele sind Thailand und die Malediven.

Wer sich den Traum von Weihnachten und Silvester in der Ferne erfüllen will, muss allerdings tief in die Geldbörse greifen: „Es ist schon ein Wahnsinn, was während dieser Zeit verlangt wird.“ So seien 10.000 Euro für zwei bis drei Wochen Malediven durchaus realistisch. „Doppelt so viel wie vor oder nach den Feiertagen“, betont der Fachgruppenobmann. Dass sich die starke Nachfrage über Weihnachten und Neujahr preislich deutlich bemerkbar macht, bestätigen auch die Reiseveranstalter: Flüge würden um etwa 30 Prozent mehr, Hotels sogar um bis zu 50 Prozent mehr kosten als Mitte November oder Anfang Dezember.

Thomas Cook, der hierzulande drittgrößte Anbieter hinter dem Marktführer TUI und der Rewe Touristik, hat sein Fernreiseangebot für den Winter um 63 Prozent massiv ausgebaut, erklärt Österreich-Chef Ioannis Afukatudis. Das Unternehmen habe heuer einen „besonderen Ansturm auf Fernreiseziele zu Weihnachten und Silvester“ verbucht.

„Viele wollen der Kälte entfliehen und Weihnachten beziehungsweise die Jahreswende einmal ganz woanders verbringen als sonst – vor allem die Direktflugangebote ab Österreich sind überaus beliebt“, betont Afukatudis. Die durchschnittliche Weihnachtsbuchung sei heuer 80 Tage vor dem Reiseantritt erfolgt. (kaz, APA)


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