Akutphase beendet: Morgenstern startet bereits mit Rehabilitation

Thomas Morgenstern befindet sich nach seinem schweren Sturz beim Skifliegen am Kulm weiter auf dem Weg der Besserung. Mittlwerweile ist sogar Olympia wieder ein Thema für den ÖSV-Adler.

Thomas Morgenstern hat einen Schlussstrich unter seine erfolgreiche Karriere gezogen.
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Salzburg – Thomas Morgenstern befindet sich nach seinem verhängnisvollen Sturz beim Skifliegen am Kulm vergangenen Freitag weiter auf dem Weg der Besserung. „Wir können definitive Entwarnung geben. Die Computer-Tomographie hat eine komplette Rückbildung des Hämatoms im Gehirn gezeigt“, erklärte der behandelnde Primar Josef Obrist am Montag auf einer Pressekonferenz im Unfallkrankenhaus Salzburg. „Wir sind mit dem Genesungsverlauf sehr zufrieden. Die Akutphase ist vorbei, jetzt beginnt die Regenerationsphase“, führte der Mediziner weiter aus.

Wir können definitive Entwarnung geben. Die Akutphase ist vorbei, jetzt beginnt die Regenerationsphase.
Primar Josef Obrist

Laut ÖSV-Teamarzt Jürgen Barthofer werde Morgenstern, der sich bei dem Sturz schwere Schädelverletzungen, Prellungen am ganzen Körper und eine Lungenquetschung zugezogen hatte, noch ein paar Tage im UKH Salzburg bleiben ehe er in die Privatklinik Maria-Hilf nach Klagenfurt überstellt wird. Dort beginne dann neben der physischen auch die neurologische Regeneration. „Zu allerest müssen wir die körperlichen Schmerzen heilen, gleichzeitig werden wir mit der mentalen Aufarbeitung des Unfalls beginnen“, sagte Barthofer.

ÖSV-Skisprung-Teamchef Alexander Pointner war ob der guten Nachrichten freilich positiv gesitmmt: „Es war schwierig für uns in den letzten Tagen, weil mit Thomas Morgenstern das Herz unserer Mannschaft durch einen schweren Unfall herausgerissen wurde.“ Er habe den dreifachen Olympiasieger am Morgen erstmals persönlich treffen dürfen. „Thomas ist natürlich mitgenommen und wird noch etwas brauchen, bis er wieder der Alte ist. Das Blitzen in den Augen, das ich nach seinem Sturz vor drei Wochen in Titisee-Neustadt gesehen habe, ist noch nicht da.“

Im Skisprung-Lager habe man unterdessen mit der Unfall-Analyse begonnen. Der linke Ski habe über dem Vorbau „Oberluft bekommen“. Das sei nicht mehr zu korrigieren gewesen. Insgesamt könne man von einer Verkettung unglücklicher Umstände sprechen.

Thomas Morgenstern geht es den Umständen entsprechend gut. An seinen schweren Unfall kann er sich weiterhin nicht erinnern.
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Ob Morgenstern bis zu den Olympischen Spielen in Sotschi fit wird, darauf wollten sich weder die behandelnden Ärzte noch der ÖSV-Trainer festlegen. In den kommenden 14 Tagen werde man auf jeden Fall im regenerativen Bereich arbeiten. Sein Olympia-Ticket habe der 27-Jährige ohnehin in der Tasche, wenn er denn fit werden sollte. Pointner hält Morgenstern bis zum letztmöglichen Termin einen Platz im Team für Sotschi frei. „Das hat er sich verdient. Das wird auch für die Regeneration von Thomas wichtig. Körperlich wird er nicht großartig abbauen. Die Grundlage fürs Skispringen holt man sich im Sommer und nicht im Winter. Das hat er auch bei der Vierschanzentournee gezeigt. Da ist er auch ohne Trainingssprung in den Wettbewerb gestartet. Wenn ich glaube, dass er bereit ist, kann man Entscheidungen treffen.“ (tt.com)


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