Munros Abgang leitet die Zerreißprobe bei Haien ein

Das 1:4 gegen Salzburg ging Haie-Goalie Adam Munro an die Nieren. In der Qualifikationsrunde, Start in Dornbirn (Freitag), muss sich einiges ändern.

Von Alex Gruber

Innsbruck –Der gute Herr geht normal in aller Ruhe mit seinem geliebten Boxerhund „Duke“ spazieren und sagt bei der statistisch schlechtesten Defensive der Liga in der Regel nach jedem überragenden Match, dass es sein Job sei, mit Paraden zu glänzen. Als ein verlorenes Bully Sekunden vor dem Schluss gegen die Bullen aus Salzburg nach vorangegangenem Dauerfeuer auch noch zum Torschuss (es war der 43.) mutierte, war aber auch für Munro Schluss mit lustig. Die x-te Ehrung in dieser Saison zum „Man of the match“ nahm der 31-jährige Kanadier, der seinen Frust schon am Schläger ausgelassen hatte, in der letzten Runde des Grunddurchgangs nicht mehr entgegen. Es ging schnurstracks in die Kabine.

„Die Torhüterleistung und seine Reaktion nach dem Spiel waren Zeichen, dass man sich zerreißen soll. Wir müssen uns steigern“, sprach Haie-Obmann Günther Hanschitz: „Die vielen Wechselfehler, die in Strafzeiten münzen, sind ebenso krass wie unser defensives Verhalten. Es kann nicht sein, dass Salzburg so viele Alleingänge hat.“ Coach Danny Naud dürfe an der ein oder anderen Stelle in der Kabine durchaus „Feuer“ legen. Eine Grußbotschaft, die sich in Sachen Offensive vornehmlich an die erste Reihe mit den Topscorern Tyler (46 Punkte) und Justin Donati (41) sowie Jeff Ulmer (38) richtet, die im neuen Jahr noch nicht so recht auf Touren kam. „Weniger Zirkus“ und mehr geradlinige Arbeit sei auch an dieser Stelle gefragt. „Jetzt geht’s um die Wurst. Es gibt keine Ausreden mehr“, stellt Hanschitz klar. Die ein oder andere Vertragsverlängerung vor dem Match in Dornbirn würde er dennoch als „gutes Zeichen“ für die Zukunft werten.

Nach dem heißen Spielrhythmus und extrem vielen Spielen schlichen Alex Höller und Patti Mössmer gestern in die Kältekammer zur Regeneration. „Mit dem vorletzten Platz dürfen wir nicht zufrieden sein“, weiß Höller. Nachsatz: „Die Schädel dürfen wir uns in der Kabine jetzt aber auch nicht einhauen.“

Nach einem trainingsfreien Montag gilt es in dieser Woche das verloren gegangene Selbstvertrauen wiederzufinden, um Dornbirn (zuletzt 8:1-Sieger über Bozen) im bereits so wichtigen ersten Match der Quali-Runde die Stirn bieten zu können. „Die kleine Chance, die sich bietet, müssen wir nützen“, nickt Höller. Im besten Wissen, wie wichtig Teufelskerl Adam Munro ist. 1766 Schüsse kamen in den 44 Partien des Grunddurchgangs auf den Haie-Kasten, 181-mal (Schnitt 4,11 pro Spiel) schlug es hinter einem der besten Goalies der Liga (Munro) und dessen Back-up Patrick Machreich ein. Diesen Schnitt muss man unbedingt senken.

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„Die Leute vergessen oft, dass wir komplett sein müssen. Wir haben auch gegen Salzburg gekämpft und schon oft unseren Charakter bewiesen. Jeder muss seinen Teil bringen“, versucht Naud sich und die Seinen wieder aufzurichten. Ein Routine-Job für den leidensfähigen Coach.


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