Hirscher weiter bestechend: „Aber ich bin keine Maschine“

Marcel Hirscher liebt den Tanz auf der Rassiermesserklinge. Im Slalom von Adelboden raste der Salzburger nicht nur zum Sieg sondern auch zur Führung im Gesamtweltcup. Hirscher gab aber auch zu bedenken, dass es nicht immer so weitergehen könne.

Adelboden - Fast so verlässlich wie ein Schweizer Qualitätsuhrwerk fährt Marcel Hirscher weiter einen Spitzenplatz nach dem anderen ein. Adelboden hat Österreichs Ski-Star mit den Rängen drei (Riesentorlauf) und eins (Slalom) sowie als Leader im Gesamt- und Slalom-Weltcup verlassen. Doch was so spielerisch leicht aussieht, ist für den 24-Jährigen jedes Mal ein Kraftakt und ein Tanz auf der Rasiermesserklinge.

Ich bin keine Maschine, die einen Podestplatz nach dem anderen abliefern kann. Jedes Rennen ist von Neuem eine Riesenherausforderung.
Marcel Hirscher

„Ich bin keine Maschine, die einen Podestplatz nach dem anderen abliefern kann. Jedes Rennen ist von Neuem eine Riesenherausforderung“, meinte Hirscher. Die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit gehöre doch ein wenig relativiert, „sodass sie realistisch ist und der Wahrheit entspricht.“ Allerdings kommt die Zuverlässigkeit des Salzburgers jener einer Maschine schon sehr nahe. In seinen jüngsten 50 Renneinsätzen landete Hirscher nicht weniger als 39 Mal in den Top Drei - 19 Siege, 13 zweite und sieben dritte Plätze.

In Wengen hat Hirscher allerdings noch nie gewonnen. Das könnte sich aber schon am Sonntag beim Slalom auf dem Lauberhorn ändern. Neben zwei Ausfällen stehen in Wengen u.a. auch zwei zweite Plätze in den Jahren 2011 und 2013 zu Buche. „Ich werde auch diesmal voll riskieren. Wer viel gibt, kann auch viel zurückkriegen. Zu diesem Spiel gehört aber eben auch, dass man dabei auch verlieren kann“, meinte Hirscher über seine Alles-oder-Nichts-Taktik. Ein Wengen-Sieg steht auf jeden Fall noch auf Hirschers Liste: „Wenn ich mich in die Skipension verabschiede, dann wäre es cool, wenn ich auch in Wengen gewonnen habe.“

Dass Hirscher stets auf den Kampf um den dritten Sieg im Gesamt-Weltcup in Serie angesprochen wird, ist unvermeidlich, geht ihm aber dennoch „auf den Keks“. „Das ist doch ein Käse-Thema. Jedes Rennen und jeder Sieg für sich ist doch viel, viel wichtiger als diese Diskussion. Denn das bringt dich erst in Summe dorthin, dass der Gesamtweltcup ein Thema wird. Derzeit gehen die Siege und Spitzenergebnisse ein bisschen in dieser Diskussion unter, und das ist sehr schade. Sie sollten eigentlich viel mehr Bedeutung haben.“

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Auch die Medaillenjagd in Sotschi ist für Hirscher „noch weit weg“. Vor Olympia stehen für ihn noch drei Slaloms und ein Riesentorlauf auf dem Programm, zudem wird Hirscher aller Voraussicht nach die aus Super-G und Slalom bestehende Super-Kombination in Kitzbühel bestreiten. „Die steht einmal auf dem Plan. Man wird aber sehen, ob es Sinn macht, oder nicht doch ein guter Slalomtrainingstag gescheiter ist“, so Hirscher.

Für den Norweger Aksel Lund Svindal, Hirschers größten Konkurrenten im Gesamt-Weltcup, geht es bereits am Dienstag mit dem ersten Abfahrtstraining in Wengen weiter. Auf dem Lauberhorn stehen dann am Freitag (Super-Kombination), Samstag (Abfahrt) und Sonntag (Slalom) drei Weltcup-Bewerbe auf dem Programm. (APA)


Kommentieren


Schlagworte